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Berufliche Neuorientierung à la Carte – Teil 2: Das Menü zusammenstellen


So stellen Sie sich Ihr individuelles Job-Menü zusammen

(Erarbeitungsphase, Online-Kurs Modul 3, 4 und 5)

Im zweiten Teil Ihrer Reise zum maßgeschneiderten Job oder zu dem Menü Ihres Lebens geht es weiter auf dem Weg nach innen, zu dem, was Sie wirklich wirklich wollen.

Die Bestandsaufnahme wird nun erweitert, um den Blick nach vorn. Sie sieben Zutaten, Elemente und Lieblingessen aus, die Sie beibehalten wollen und Sie spüren nach vorne, was Ihnen noch fehlt, damit das Menü so richtig stimmig und rund für Sie wird.

In einer lauten Welt überhören wir gerne unsere leise innere Stimme, unsere eigene Chefköchin, die ganz genau weiß, was gut für uns ist.

Was können Sie besonders gut?

Was sind die Tätigkeiten im großen beruflichen Umfeld, die Sie sofort anpacken würden, wenn Sie die Wahl hätten? Was tun Sie schon immer gerne und gut? Was tun Sie aber auch gut und nicht gerne? Diese Fragen sind gar nicht leicht zu beantworten. Ich sehe oft fragende Gesichter, wenn Menschen auch nur fünf Dinge aufzählen sollen, die Sie gut können und gerne tun.

Wenn Sie die besten Spagetti-Bolognese in Ihrer Stadt kochen, wissen Sie das oft gar nicht selbst zu schätzen, Sie müssen es sich sagen lassen, damit es Ihnen bewusst wird.

So werden Sie in dieser Phase auch andere Menschen um eine Rückmeldung bitten: Wenn du frei wählen würdest, was würdest du bei mir bestellen? Was bekommst du nur bei mir und bei anderen nicht in dem Maße oder in der Kombination?

Lassen Sie sich beschenken und lassen Sie sich sagen, was anderen bei Ihnen gut schmeckt. Mag sein, Sie denken, das ist doch einfach, das geht so leicht, das kann nichts Wertvolles sein? Und dennoch sind genau die Ihnen zurückgemeldeten Fähigkeiten wichtige Hinweise, was Sie später auf den Markt bringen können, auch wenn es für Sie selbstverständlich ist.

Mögen Sie auch so richtig gutes Sauerteigbrot, das nicht im Backshop aufgebacken ist, sondern direkt aus dem Holzofen kommt? Man kann es viele Jahre essen, ohne dass es einem über wird. Es ist einfach und doch kann es nicht jeder in dieser Qualität liefern.

  • Was ist Ihr Brot? Was ist das, was Sie gut können und andere von Ihnen haben wollen?
  • Für welche Aktivitäten und Tätigkeiten stehen Sie, wenn Sie sich einmal von außen betrachten? Was bleibt immer wieder an Ihnen hängen? Nehmen Sie diese Dinge genauestens unter die Lupe. Was davon ist wirklich „Ihr Ding“, was haben Sie nur geerbt? Was davon tun Sie aus Gewohnheit, Gutmütigkeit oder weil es eben niemand anders so gut kann wie Sie? Fokussieren Sie sich auf die Fähigkeiten, die dann noch übrig bleiben.

Welche Küche möchten Sie näher kennenlernen?

Es gibt immer wieder Menschen, die wir beneiden und mit denen wir gerne die Küche oder das Menü tauschen würden. Vielleicht hat das auch etwas damit zu tun, dass das Essen auf dem Teller des Nachbarn immer einen Hauch verlockender aussieht – kennen Sie das auch? Hier liegt oft ein erster Geruschneiden_blogch nach dem neuen Leben in der Luft. Machen Sie sich bewusst, welcher Aspekt der Tätigkeit des anderen oder welcher Geschmack der Arbeitsgestaltung Sie reizen würden.

Wir alle haben ein bestimmtes Arbeitsumfeld, eine Branche oder eine bestimmte Berufskultur näher kennengelernt oder gar mehrere. Aber das Arbeitsleben ist bunt. Auch mit Mitte 40 stehen Ihnen andere Küchen offen, vielleicht nicht als Chefkoch, vielleicht aber an im Einkauf oder in der Kundenbetreuung. Nur weil Sie in den letzten zehn Jahren in der Büroküche gearbeitet haben, heißt das nicht, dass die Gartenküche, die Architekturküche oder das Literaturcafé für Sie geschlossen ist.

  • Welche Küchen dieser Welt wollten Sie schon immer einmal probieren und verkosten?
  • Was wollten Sie schon immer einmal selbst tun und haben es sich nie getraut ­ ­– weil es vielleicht bisher nicht zu Ihrem Umfeld passt und Sie damit „aus der Reihe tanzen“?

Wovon möchten Sie mehr essen, was möchten Sie noch entdecken?

Wir alle haben klare geschmackliche Vorlieben und bestellen auch im Restaurant meist eine kleine Palette des immer Gleichen. Da sind wir uns oft über lange Jahre treu. Aber auch hier können Sie sich fragen: Bestelle ich das, weil es mir wirklich besser schmeckt, als das andere auf der Karte? Habe ich diese Vorannahme schon mal überprüft? Bestelle ich nur aus Gewohnheit oder weil ich mir gerade „keinen Kopf“ machen will?

Sortieren Sie doch mal Ihr Alltagskochbuch aus: Welche Rezepte und Interessen sind eigentlich schon lange nicht mehr Ihr Ding? Vielleicht meinen Sie, sie behalten zu müssen, weil der Rest der Familie sie noch braucht.

Welche sind Ihre Dauerbrenner, auf die Sie sich voraussichtlich auch in einigen Jahren noch freuen? Welche Interessen liegen schon lange bereit und warten darauf, einmal ausprobiert zu werden? Was hindert Sie daran, das erste davon einmal zu testen?

  • Was schmeckt Ihnen richtig lecker – vielleicht auch nach Jahren noch? Was ist Ihre Welt, in der Sie sich immer wieder finden (in Buchhandlungen, im Internet, beim TV-Programm, in Kursen)?
  • In welchen Feldern und Interessen vergessen Sie die Zeit und sind möglicherweise über die Jahre bereits Experte/Expertin geworden, ohne dass Sie das bewusst angestrebt haben?

Download Fragebogen: Häppchen 2 (10 Fragen)

Was ist Ihnen wichtig, beim Kochen und beim Essen?

Die Zutaten und das Gericht sind das eine. Doch was uns beim Kochen wichtig ist, wenn wir beispielsweise mit uns alleine und für uns alleine kochen oder auch im gemeinsamen Kochen mit anderen, ist oft subtil. Da kann ein falscher Handgriff, ein blöder Satz oder der falsche Umgang mit den Zutaten uns schon die Vorfreude auf das gute Menü verderben.

Wir sprechen hier von Ihren Werten. Werte sind in der Berufsorientierungsliteratur oft sehr hoch aufgehängt. Ich empfehle Ihnen, schauen Sie lieber genau hin im Alltag. Hier zeigt sich, was Ihnen tatsächlich wichtig ist. Denn wir stehen meistens nicht für irgendwelche abstrakten Werte wie den Weltfrieden oder globale Gerechtigkeit ein, aber wir achten sehr wohl in unserem Alltag darauf beispielsweise ein harmonisches Umfeld zu schaffen, authentisch zu kommunizieren oder genügend Zeit für unsere Selbstverwirklichung zu finden. Und schon haben Sie drei Werte herausgefischt, mit denen Sie arbeiten können.

Also, Wertefragen sind oft gar nicht direkt zu beantworten. Wir können sie aber indirekt ableiten: aus dem, wie wir handeln, welche Ansprüche wir an unsere engen Vertrauten und Partner legen und wofür wir uns einsetzen, was wir gleichsam zutiefst „brauchen“.

Lucy weiß, dass ihr gute Beziehungen extrem wichtig sind, sie ist ein extravertierter Mensch, der im Kontakt aufblüht. Sie macht gerne andere glücklich. Das klappt in ihrer jetzigen Stelle hinter Aktenbergen nicht. Sie braucht auch Anerkennung, damit sie motiviert ist, Höchstleistungen zu bringen. Ihre Wohnung ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet und sehr gemütlich. Ja, sie braucht ein Wohlfühlumfeld auch in Arbeit, sagt sie. Umweltschutz ist ihr auch wichtig, sie engagiert sich im NABU. – Und schon hat sie eine Handvoll Kriterien, mit denen sie eine zukünftige Stelle schnell einschätzen kann, ob sie zu ihr und ihren Werten passt oder nicht.

  • Was ist Ihnen für Sie ganz persönlich wichtig? Was ist ein hohes Gut für Sie? Was sollte jemand, der es näher mit Ihnen zu tun haben will, beachten? Wenn Sie jemanden, der Sie nicht kennt, in Ihre Wohnung lassen, wie würde er Sie beschreiben? Was ist Ihnen wichtig?
  • Wonach sehnen Sie sich schon seit längerem, können es aber in Ihrem aktuellen Umfeld nicht so richtig leben und zur Geltung bringen? (Beispielsweise nach mehr Unabhängigkeit oder Großzügigkeit oder Disziplin im Umsetzen von Zielen?)
  • Was ist Ihnen wichtig im Zusammensein mit anderen, in Ihrer Familie und Ihrem Freundeskreis beispielsweise beim gemeinsamen Essen?
  • Und worauf legen Sie Wert in der Welt draußen, in der Sie zukünftig mitkochen wollen? Wofür treten Sie ein, z.B. in der Kommunikation anderen, im Umgang mit Materialien oder in der Unternehmenskultur Ihres zukünftigen Arbeitsfelds?

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Berufliche Neuorientierung à la Carte – Endlich lecker arbeiten! Teil 1: Zutaten sichten und sammeln

Vielleicht sind Sie beruflich unzufrieden, aber sie finden das Thema berufliche Neuorientierung einfach unüberschaubar. Möglicherweise auch ein bisschen unsexy, so dass Sie gar keine Lust haben, sich damit zu befassen?

Also, wie geht berufliche Neuorientierung, die Spaß macht? In dieser 4-teiligen Artikelserie möchte ich Ihnen den Prozess von den ersten suchenden Anfängen bis zur neuen Jobidee einmal in anderer Form vorstellen. Ich vergleiche Ihren zukünftigen Job, der zu Ihnen passt, mit der Gestaltung Ihres Lieblingsmenüs.

Kurz zu mir: Ich arbeite seit vielen Jahren als Laufbahnberaterin und Veränderungscoach überwiegend mit Menschen in der zweiten Lebenshälfte, die es nochmal wissen wollen; die noch einmal neu für sich schauen möchten, was das Leben ihnen noch zu bieten hat; die sich fragen, ob das schon alles gewesen ist, oder wo sie die Würze und das Festessen des gelungenen Lebens (endlich) finden können.

Sie ahnen schon, das geht weit über normale Jobfindungsprozesse hinaus. Hier geht es um nichts weniger als um Ihr Leben. Der Fokus liegt immer auf einer für Sie sinnstiftenden Tätigkeit, die Wirkung zeigt sich aber in Ihrem ganzen Leben.

Wenn Sie „à la carte“ bestellen, dann kombinieren Sie Ihr ureigenes Menü. Das können Sie allerdings erst bestellen, wenn Sie wissen, was Ihnen schmeckt und was Ihnen auch bekommt. Den Bestandteilen dieses individuellen Lebens- und Arbeitsmenüs auf die Spur zu kommen, und diese passend für Ihre jetzige Lebenssituation zu kombinieren, ist die Kunst. Und das müssen Sie nicht alleine schaffen. Sie dürfen sich unterstützen lassen. Kochen und Essen macht mehr Spaß in Gesellschaft und mit der notwendigen Unterstützung, wenn es brenzlig wird.

Ich freue mich, wenn Sie mich auf dieser kulinarischen Joberfindungsreise begleiten. Und vielleicht wecken die ersten Appetithäppchen auch Ihren Hunger auf einen erfüllten Job?

Sie bekommen jeweils 10 Fragen pro Artikel mit auf den Weg. Damit können Sie direkt mit dem Kochen anfangen. Und wer weiß, vielleicht wird sogar im Löffelumdrehen Ihr persönliches Job-Menü daraus?

Download Fragebogen: Häppchen Teil 1 (10 Fragen)

 

Teil 1: Das Menü vorbereiten. Zutaten sichten und sammeln

(Einstiegsphase des Prozesses, Online-Kurs Modul 1 und 2)

Im ersten Teil Ihres beruflichen Neuorientierungsprozesses gehen Sie ganz neugierig auf Entdeckungsreise zu sich selbst. Sie erkunden Vergessenes und Vergrabenes, möglicherweise alte Rezepte Ihrer Großmutter oder den abgestellten und nie wieder geöffneten Koffer Ihres vorletzten Jobs, mit dem Sie vielleicht nie richtig abgeschlossen haben. Es ist erlaubt, dass Sie sich treiben lassen und spüren, wo es Sie mehr und wo es Sie weniger hin zieht. Sie brauchen noch gar kein Ziel. Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Eichhörnchen, das eifrig seine Vorräte und Schätze für den Winter zusammenträgt.

Warum will ich „mein neues Job-Menü“ finden?

Vielleicht denken Sie schon eine Weile darüber nach, sich auf den Weg der beruflichen Neuorientierung zu machen. Möglicherweise ist Ihr aktuelles Berufsleben fad geworden, oder zu heiß oder es schmeckt Ihnen aus anderen Gründen nicht mehr.

Das heißt nicht, dass Sie gleich Ihren Job wechseln müssen. Vielleicht wissen Sie am Ende des Wegs auch nur besser, was Sie an Ihrem jetzigen Arbeitsplatz anders handhaben können, um mehr Zeiten im Flow zu arbeiten. Und Sie haben möglicherweise einen Plan B in der Tasche, der Sie innerlich freier sein lässt. Denn Sie wissen, was Sie tun können, wenn Sie doch einmal wechseln möchten. Oder Sie haben einige Dinge für sich entdeckt, die Ihr Leben so bereichern werden, dass die bezahlte berufliche Arbeit einen anderen Stellenwert erhält.

Einer der ersten Schritte auf dem Weg ist, dass Sie sich bewusst werden, warum Sie Zeit, Energie und vielleicht sogar Geld in den Prozess investieren wollen.

  • Warum ist Ihnen erfülltes Arbeiten so wichtig?
  • Was müsste passieren, damit Sie nach dem Prozess zufrieden und kraftvoll Ihren weiteren beruflichen Weg in die Hand nehmen? Welches Ergebnis bräuchten Sie für sich, damit sich Ihre Investition in Ihr ureigenes Arbeitsmenü absolut gelohnt hat?

Was schmeckt mir eigentlich?

Viele von uns sind durch jahrelange Arbeitsinhalte und Arbeitsbedingungen, mit denen wir nie so ganz zufrieden waren, „abgebrüht“. Es ist wie mit dem Frosch im Wasser, das langsam erhitzt wird. Der Frosch scheint den Temperaturanstieg zu verkraften – aber plötzlich war es doch zu viel…

Nun gilt es wieder neu zu entdecken und zu kosten, was Sie mögen und was Ihnen gut tut. Das braucht Zeit. Unsere Sinne müssen dafür erst wieder sensibilisiert werden, um zu fühlen, was uns entspricht und wo wir uns aus Sachzwängen schlichtweg verbogen und angepasst haben.

Dieses Verbiegen und das Eigene nicht schmecken dürfen, hat seine Wurzeln oft schon in der Herkunftsfamilie. Hier wurde bestimmt, was uns schmecken darf, welchen Werdegang wir einschlagen sollten und was wir überhaupt kennengelernt haben, um uns möglicherweise dafür entscheiden zu können.

  • Wie war der Stellenwert von Arbeit in Ihrer Herkunftsfamilie? Wie hat die Arbeit Ihren Eltern und engen Bezugspersonen geschmeckt?
  • Welche Botschaften zur Wahl Ihres Berufs haben Sie empfangen und wie haben Sie sich dazu verhalten?

Welche Zutaten sind meine?

Ihre jetziger Job und Ihre vergangenen Jobs bestehen aus verschiedensten Zutaten: Aus Tätigkeiten, Menschen, Orten, Materialien, Prozessen usw. mit denen Sie in immer wieder neuen Kombinationen arbeiten. Sichten Sie doch einmal, welche Zutaten Sie mögen und welche Zutaten bei Ihnen möglicherweise besser schmecken als bei anderen.

Dieser Blogartikel hilft Ihnen dabei: „Sind Sie zufrieden im Job? Machen Sie den Eigentlichkeitstest!

Wenn Sie in Ihrer beruflichen Biografie zurückgehen, werden Sie immer wieder einzelne Gerichte und Highlights entdecken, bei denen Sie im Rückblick sagen können: Ja, das war prima, da hat alles gestimmt und ich war ganz in meinem Element. Diese roten Fäden zu entdecken ist Gold wert. Denn diese bilden Teil der Grundwürze Ihres Lebens. Mag sein, dass das ein oder andere Ihnen bisher unbekannte Gewürz hier noch dazukommt. Aber wenn Sie aus der Grundmischung Ihres bisherigen Lebens schon einmal das herausfiltern, was gut und nährend war, dann sind Sie einen großen Schritt weiter.

  • Welche Zutaten und Erinnerungen Ihres bisherigen Berufslebens waren eigentlich optimal und sind Ihnen gut bekommen?
  • Wie sähe aus Ihrer jetzigen Perspektive ein gelungenes Menü für Sie aus?
  • Gibt es besondere Gewürze und Extras, auf die Sie auf keinen Fall verzichten wollen (Arbeit an der frischen Luft, ein eigenes Büro, Ihr Hund, der dabei sein muss etc.)?

Welcher Essens- und Kochtyp sind Sie?

zutaten_blogWenn Sie langfristig erfüllt arbeiten möchten, dann wäre es gut, dass Sie wissen, wie Sie gerne kochen und essen. Sind Sie die Strukturierte, die alles erst einmal bereit legen muss, um dann in einem Affentempo den Kochvorgang durchzuführen? Sind Sie ein Starkoch, der die Küche managet und das Aushängeschild des Hauses ist? Sind Sie die gute Seele der Küche, die alle bei Laune hält, auch wenn es mal wieder hektisch wird, und etwas überkocht?

Brauchen Sie ein Umfeld mit lauter, fröhlicher Musik, damit Sie sich wohl fühlen und zu vollem Arbeitstempo auflaufen oder brauchen Sie kreative Ruhe und Ordnung, damit Sie Ihre volle Performance entfalten? Wie sollte das Arbeitsumfeld Ihres Jobs für Sie eingerichtet sein, damit Sie sich dort wie zuhause fühlen können?

Und damit nicht genug. Wir sind immer auch viele. An einem Tag mögen wir es gerne weich und zuckrig, dann wieder scharf und herzhaft. Welche aparten oder harmonischen Kombinationen stehen bei Ihnen gerade auf Ihrer inneren Speisekarte?

  • Wo sehen Sie sich im großen Spielfeld der Arbeitsrollen?
  • Wie darf Ihre Küche als Ihr Arbeitsumfeld gestaltet und ausgestattet sein, damit Sie darin zur Hochform auflaufen?
  • Und welche Seelen schlagen in Ihrer Brust? Welche verschiedenen Persönlichkeitsfacetten möchten Sie gerne zur vollen Blüte bringen?

Download Fragebogen: Häppchen Teil 1 (10 Fragen)

Sind Sie zufrieden im Job? Machen Sie den Eigentlichkeitstest!


Sind Sie zufrieden im Job? Machen Sie den Eigentlichkeitstest!

 Vor einigen Tagen las ich in der „My way“, dass Ganzheitsmediziner als eine der Hauptursachen für Unzufriedenheit im Job bei Frauen den überhöhten Anspruch sehen, erfüllt arbeiten zu wollen und zu müssen. Da der aktuelle Job dann nicht so erfüllend sei, wie die Vorstellung vom eigentlichen Traumjob, steige die Unzufriedenheit und der berufliche Stress. Das hat mich nachdenklich gemacht.

Wer mich kennt, weiß, dass ich eine vehemente Vertreterin des erfüllten Arbeitens bin. Ich denke übrigens, dass jeder Mensch das Recht dazu hat. Das habe ich unter anderem in meinem Manifest (Link) zum Nachlesen zusammengefasst. Aber muss das sein, dass sich gerade Frauen durch die Diskrepanz zwischen ihrem realen Job und ihrer Vorstellung vom perfekten Job unter Druck setzen lassen?

Denn das würde sich dann einreihen in die Mär vom perfekten Körper, der perfekten Beziehung, der perfekten Familie, des perfekten Eigenheims und was da sonst noch so in unseren Medien und unseren Köpfen herumschwirrt. Wir brauchen keine neue „Druckstelle“. Und gleichzeitig brauchen wir eine gesunde Vorstellung vom erfüllten Arbeiten. Meine Definition will ich kurz mit dem Eigentlichkeitsfaktor erklären.

Der Eigentlichkeitstest: Arbeiten Sie bereits erfüllt?

Wieviel Spaß macht Ihnen Ihr Job eigentlich, gefühlt auf einer Skala von 0 bis 100 Prozent? Die meisten von uns können da eine Zahl nennen und die ist meistens deutlich über 50 Prozent. Genügt das?

Lassen Sie uns ein wenig tiefer hinschauen: Schreiben Sie doch einmal die Haupttätigkeiten Ihres Jobs auf. Das können Sie pi mal Daumen mit den Tätigkeiten machen, die in einem Monat immer wieder anfallen. Sie können aber auch einfach einen normalen Arbeitstag innerlich durchgehen. Laden Sie sich dazu den Eigentlichkeitstest mit der kleinen Tabelle herunter.

Tätigkeit Anteil in Prozent Eigentlichkeitsfaktor Bewertung

Schreiben Sie in die erste Spalte Ihre Tätigkeiten, z.B. Präsentation vorbereiten, Bericht schreiben, Laborwerte vergleichen, Kundenservice am Telefon etc.

Überlegen Sie, wie hoch der zeitliche Anteil in Prozent an Ihrer Gesamttätigkeit ist. Und dann bewerten Sie ebenfalls in Prozent, wie viel Freude Ihnen diese Tätigkeit eigentlich macht. Das „eigentlich“ ist wichtig, denn es gibt viele Dinge, die wir tun, weil sie zu dem größeren Ganzen beitragen, das wir tun möchten. Wenn ich z.B. ein Buch schreibe, dann gehören Detailrecherchen oder viele Korrekturdurchgänge dazu. Ich nehme sie in Kauf, weil mir das große Ganze Freude macht. Wenn Sie eher ungeliebte Tätigkeiten, die einem größeren Zweck dienen, mit der „Eigentlichkeits-Brille“ anschauen, dann bewerten Sie sie möglicherweise freundlicher, weil Sie den Sinn dahinter sehen können.

Darüber hinaus steht das „eigentlich“ für die Unwägbarkeiten des Alltags, weil natürlich immer wieder Dinge dazwischenkommen, einzelne Gespräche nicht so toll laufen, unser Chef an Ihrem Mailing herumkrittelt, obwohl Sie es gerne geschrieben haben oder wir auch mal aus anderen Gründen schlecht gelaunt sind und keine Lust auf diese Tätigkeit haben. Das sind Faktoren, die Sie durch das „eigentlich“ herausfiltern. Wodurch die Gesamtbewertung für die Tätigkeit dann realistischer ausfällt.

Die Auswertung: Wie zufrieden sind Sie wirklich?

Bewerten Sie dann in der letzten Spalte mit einem positiven oder negativen Smilie, ob das für Sie so in Ordnung ist. Die Bewertung entsteht durch das Zusammenspiel von Eigentlichkeitsfaktor mit dem Tätigkeitsanteil in Prozent. Wenn wir etwas gar nicht gerne machen, es aber selten tun müssen, können wir das in Kauf nehmen, weil dieser Tätigkeitsaspekt eben dazu gehört und die Gesamtbewertung dieser Tätigkeit kann dennoch positiv ausfallen. Wenn Sie beispielsweise nicht gerne im Rampenlicht stehen, aber die Begrüßung einer ausländischen Delegation übernehmen müssen, diese aber sonst gerne betreuen, fallen die fünf Minuten ungeliebte Tätigkeit möglicherweise nicht so ins Gewicht.

Schauen Sie sich nun die letzte Spalte genauer an. Wie fällt Ihr Gesamturteil Ihres Jobs aus? Passt Ihre Bewertung zu der allgemeinen Zahl, die Sie ganz am Anfang geschätzt haben?

Es ist übrigens völlig in Ordnung, hier alle Prozentzahlen und Bewertungen aus dem Bauch heraus abzugeben. Unsere Intuition bezieht sehr viel mehr Erfahrungsaspekte mit ein als unsere Kognition. Und mit einer offenen Skalierung, wie Sie sie gerade mit den Prozentzahlen durchgeführt haben, rufen Sie Ihre Intuition auf den Plan.

Ab wieviel Prozent ist ein Job denn „erfüllt?“

Meines Erachtens, wenn Ihre Gesamtwertung bei 70 Prozent oder besser liegt. Das ist schon richtig gut. Mehr geht fast nicht. Denn auch wenn wir erfüllt arbeiten, besteht unsere Arbeit eben immer wieder aus Aspekten, die uns weniger Spaß machen oder die wir einfach tun müssen, damit das große Ganze stimmt und wir die Ziele unserer Arbeit erreichen. Das Arbeiten ist eben kein Ponyhof und selbst auf dem Ponyhof gehört das Ausmisten dazu, oder?

Machen Sie die Traumjob-Probe

Es könnte sein, dass Sie in einem Moment, in dem Sie gerade mal wieder nicht zufrieden sind mit Ihrer Arbeit, davon träumen, jetzt endlich Ihr kleines Café zu eröffnen, doch noch das Innenarchitektur-Studium durchzuziehen oder als Selbstversorgerin in einer Blockhütte in Schweden zu leben und Ihren Lebensunterhalt über einen DIY-Internetshop zu bestreiten.

Machen Sie doch mal die Probe mit der Tabelle, in der Sie alle Tätigkeiten, die zu Ihrem vermeintlichen Traumjob gehören, ebenfalls so bewerten, wie Sie das mit Ihrem jetzigen Job gemacht haben. Ich verspreche Ihnen, Sie werden überrascht sein, dass Ihr Traumjob selten sehr weit von Ihrem jetzigen Job entfernt ist. Und das ist doch Stress-Reduktion pur! Denn nun wissen Sie, wie Sie Ihre Arbeitssituation realistisch einschätzen können, ohne einem vermeintlichen Idealbild hinterher zu trauern.

Also doch keine berufliche Orientierungsberatung?

Ich bin von ganzem Herzen Laufbahnberaterin und unterstütze Sie gerne auf dem Weg in Ihr erfülltes Berufsleben. Ja spinne ich denn, dann so zu argumentieren wie eben?

Ich denke nicht. Ein wichtiges Ergebnis beruflicher Neuorientierung ist immer wieder, dass der jetzige Job eigentlich ganz prima passt. Oft sind es andere Faktoren, die nicht stimmen, aber an denen kann man etwas tun, ohne das ganze Berufsleben umzukrempeln zu müssen. Wenn Sie noch Ideen benötigen, wie Sie Ihrem Job noch ein paar Prozentpunkte mehr Freude geben können, lesen Sie doch mal meinen Artikel „8 Ideen für mehr Flow im Job„.

Und übrigens gibt es ja noch die Menschen, die mit deutlich unter 70 Prozent aus dem kleinen Eigentlichkeitstest gehen. Herzlich Willkommen, ich freue mich, wenn Sie sich auf den Weg in ein erfüllteres Berufsleben machen. Schauen Sie mal bei meinen Angeboten vorbei. Mehr berufliche Erfüllung garantiert.

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5 Dinge, die Sie zur Vorbereitung Ihrer beruflichen Neuorientierung tun können


Geht das bei Ihnen ohne große Vorbereitung, wenn Sie eine Geburtstagsparty planen, ein Haus bauen, einen Garten anlegen oder demnächst ein Kind bekommen?

Vermutlich nicht. Die großen Ereignisse und Entscheidungen des Lebens brauchen Vorlaufzeit, viel Nachdenken und Nachspüren, wie ich es wirklich haben will und, wenn ich das dann weiß, aktive Planungsarbeit. Warum bereiten Sie nicht auch Ihren nächsten beruflichen Schritt auf ähnlich intensive Art vor? Möglicherweise wird dieser doch die für Sie bedeutsamste Entscheidung des nächsten Jahres sein, sonst würden Sie kaum den Artikel lesen, oder?

Der Unterschied ist vielleicht, dass die Feier, der Garten, das Haus oder das Kind für uns freudige Ereignisse sind, die wir gerne vorbereiten. So ein Jobwechsel hingegen liegt uns eher schwer im Magen oder wie ein Stein auf der Seele, auch dann wenn er nicht aus der Not heraus geschieht. Zu viel Unbekanntes, schlechte Erfahrungen oder mögliche Fehlschläge sind damit gedanklich verbunden. Außerdem wissen wir alle nicht so recht, wie das geht mit der beruflichen Neuorientierung. Das haben wir schließlich nicht in der Schule gelernt, und im Leben bisher meistens auch noch nicht.

Wie können Sie also dazu beitragen, dass der berufliche Neustart für Sie ähnlich erfreulich wird wie eine andere positive Lebensentscheidung? Wie gelingt es, dass Sie sich auf diese Entdeckungsreise zu sich selbst freuen, die mit einem gelungenen Neuorientierungsprozess verbunden ist? Wie können Sie das neugierige und offene Kind in sich wecken, das Ihnen hilft, Veränderungen mit Lust und Ausdauer zu erkunden und anzugehen?

Hier einige bewährte Strategien, mit denen Sie das Feld vorbereiten, auf dem dann Ihr Garten mit den tollsten Jobideen und Lebensentwürfen wachsen kann.

1. Schaffen Sie einen Ort für Ihre Orientierungsarbeit

Schauen Sie sich in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus um. Wo gibt es ein Fleckchen, das Ihnen eigentlich ganz gut gefällt? Vielleicht wollten Sie diese Zimmerecke auch längst schon einmal umgestalten, kamen aber noch nicht dazu? Stellen Sie sich dorthin und überlegen Sie, ob es wirklich ein positiver Ort für Sie ist. Haben Sie von dieser Position aus einen guten Blick in das Zimmer oder aus dem Fenster? Könnten Sie dort so sitzen, dass es sich angenehm anfühlt? Versuchen Sie, sich den Ort so vorzustellen, als wäre er schon fertig gestaltet. Wäre er dann ein guter und passender Arbeitsort für alles, was mit Ihrer beruflichen Neuorientierung zu tun hat? Wenn Sie sich für Ihren Platz entschieden haben, kann es losgehen.

Schritt 1 Entrümpeln
Schaffen Sie alles Störende weg: alte Topfpflanzen, Papierstapel, hässliche Regale oder Kommoden. Lassen Sie nur das stehen, was positive Assoziationen bei Ihnen hervorruft: Der bequeme Sessel, ein Tisch in guter Arbeitshöhe, das besondere Deko-Objekt, das Ihnen ein lieber Mensch geschenkt hat.

Schritt 2 Gestalten
Beginnen Sie damit, dass Sie mindestens zwei Sitzmöglichkeiten gestalten. Eine am Tisch, auf den Sie beispielsweise einen Laptop stellen oder Übungen für sich durcharbeiten könnten. Und eine bequeme Möglichkeit zum Sitzen, in der Sie etwas lesen können, vielleicht auch einmal mit dem Tablet surfen oder einfach Ihren Gedanken und Träumen nachhängen. Achten Sie darauf, dass die Farben Sie ansprechen, kaufen Sie vielleicht ein neues Kissen, einen kleinen Teppich, damit Sie sich wirklich wohlfühlen. Wer mag, kann die Ecke sogar in seiner Lieblingsfarbe streichen. Achten Sie allerdings darauf, dass die Farbe nicht zu grell ist, sonst wirkt sie zu stark ablenkend.

Schritt 3 Vorbereiten
Erwerben Sie ein schönes Heft oder Büchlein für Notizen und einen Ordner zum Sammeln Ihrer Arbeitsergebnisse. Auch das Schreibwerkzeug muss gut schreiben, es sollte eben nicht der klecksende Billig-Kuli sein. Dann benötigen Sie noch eine Kiste in der Größe eines Schuhkartons oder etwas größer. Und ganz wichtig: Sie benötigen ein Stück Wand, an dem Sie größere Papiere aufhängen oder mit Post-It’s arbeiten können (ca. ein bis zwei Quadratmeter genügen).

2. Reservieren Sie sich einen Zeitraum und feste Arbeitszeiten

Nehmen Sie Ihren Kalender zur Hand und schauen Sie auf die Planung der kommenden Monate. Wissen Sie jetzt schon, dass diese sehr stressig und voll werden, weil Sie noch jede Menge anderer Zusatzprojekte am Start haben? Wäre es Ihnen in den kommenden 3 bis 6 Monaten möglich, ein größeres Projekt dazu zu nehmen? Und ja – genau das ist Ihr berufliches Orientierungsvorhaben, ein durchaus ernstzunehmendes komplexes Projekt, das eben Energie und Zeit benötigt, wenn es von Erfolg gekrönt sein soll.

Wenn Sie sich entscheiden, dass Sie dieses Projekt in den nächsten Monaten ernsthaft angehen wollen, dann reservieren Sie zwei mal zwei Stunden pro Woche fest geblockt in Ihrem Kalender dafür (wenn es mehr werden, weil es Spaß macht, ist das durchaus erlaubt!)

Tragen Sie diese Zeiten wie den Termin für einen Kurs oder ein berufliches Meeting in Ihre Kalender ein und halten Sie diese Termine, diese Meetings mit sich selbst, konsequent ein. Hier sehe ich in der Beratung sehr schnell, wie wichtig das berufliche Orientierungsziel wirklich für jemanden ist, ob er sich die Zeit in der Tat dafür freischaufelt, oder eben nicht.

3. Rekrutieren Sie Ihr Unterstützer-Team

Setzen Sie sich dann in Ihre neue Arbeitsecke und lassen Sie die Gedanken schweifen. Wen können Sie in Ihr Vorhaben einweihen? Wer gehört zu den wirklich konstruktiven und ermutigenden Menschen in Ihrem Leben? Wer kann gut zuhören, ohne Sie gleich mit Ratschlägen aller Art zuzutexten? Bei Treffen mit welchen Menschen gehen Sie danach gut gelaunt wieder nach Hause?

Machen Sie eine kleine Liste mit diesen Leuten, es genügt, wenn das zwei bis drei Namen sind. Denken Sie daran, sich mit diesen Menschen zu treffen und sie ein wenig auf dem Laufenden zu halten, damit Sie sich stärken lassen auf Ihrem Weg. Vielleicht möchten Sie sich auch mit einer Freundin oder einem Arbeitskollegen zusammentun und sich als Zweierteam auf den Weg der Neuorientierung begeben?

Überlegen Sie dann, welche Vorbilder Sie haben. Wer sind die Personen, vor denen Sie tiefen Respekt haben? Sie können hier auch gerne weit entfernte oder bereits verstorbene Menschen mit dazunehmen. Ist es Ihre Großmutter, der Dalai-Lama, eine Lehrerin aus Ihrer Schulzeit, ein Promi, der in Ihren Augen „echt“ geblieben ist, eine Person, die sich für etwas wirklich Sinnvolles mit aller Hingabe einsetzt?

Schreiben Sie auch diese Namen auf die Liste. Sie werden Sie ebenfalls immer wieder um Rat fragen. Wie das geht, erkläre ich Ihnen in einem anderen Blogartikel.

4. Sammeln Sie und visualisieren Sie

Formulieren Sie dann für sich die Frage oder den Auftrag. Was genau wollen Sie für sich klären? Einige Fragestellungen sind beispielsweise:

  • Ich will mich entscheiden, ob ich in meinem aktuellen Job bleibe oder gehe.
  • Ich möchte einfach nochmal schauen, welche beruflichen Optionen ich habe und ob es nicht doch noch was ganz anderes für mich gibt.
  • Ich brauche eine sinnvolle Aufgabe, jetzt wo die Kinder aus dem Haus sind.
  • Ich suche nach einer neuen Herausforderung. Aber diesmal soll es etwas sein, das wirklich zu mir passt und mit dem ich etwas Nützliches oder Sinnvolles tue.
  • Ich will vielleicht noch einmal studieren oder eine größere Weiterbildung machen, weiß aber noch nicht so genau, was das sein könnte.
  • Ich will für mich klären, ob ich die mir angebotene Führungsaufgabe übernehmen will.
  • Ich möchte in meinem jetzigen Job nur noch Teilzeit arbeiten und in der restlichen Zeit eine Selbständigkeit in meinem Traumjob aufbauen. Doch der ist mir noch nicht so ganz klar.

Was ist Ihre Fragestellung? Schreiben Sie diese in Ihr Heft. Möglicherweise wird sie sich im Laufe der Zeit verändern, aber das macht nichts. Doch es ist wichtig, mit dieser Fragestellung aufmerksam in die Welt zu gehen. Erteilen Sie sich einen inneren Aufmerksamkeits-Auftrag: Ich suche nach Informationen, die mir bei der Beantwortung meiner Frage helfen. Und mit dieser Aufmerksamkeits-Brille gehen Sie dann durch die Welt. Sammeln Sie wie ein Eichhörnchen Informationen und Inspirationen: Bilder von Menschen, Dingen und Orten, die Sie ansprechen, Stellenanzeigen, Artikel und Fundstücke aus dem Internet, Postkarten, Eintrittskarten, kleine Objekte aller Art, die etwas bei Ihnen auslösen. Denken Sie dabei nicht vorrangig an deren Verwertbarkeit für eine berufliche Tätigkeit. Packen Sie all diese Fundstücke in Ihre Kiste. Sie werden diese wertvollen Impulse zu einem späteren Zeitpunkt noch benötigen.

5. Geben Sie den Stimmen aus dem Untergrund ihren Platz

Wenn Sie sich auf den Weg machen, dann ist es normal, dass Sie gelegentlich zweifeln werden, was das Ganze eigentlich soll. Wieso Sie sich in Ihrem Alter diese zusätzliche Arbeit noch antun. Ob es das wirklich wert sein wird. Ob es da draußen wirklich „Ihr Ding“ gibt, das Sie finden werden. Diese Zweifel, Ängste und Sorgen brauchen ihren Platz, sonst korrumpieren sie Sie sozusagen aus dem Untergrund. In der Psychologie werden diese Stimmen mit eingesperrten Wölfen im Turm verglichen.

Legen Sie sich eine „Ja, aber“-Liste in Form eines A4-Blattes zu, das an Ihrem Arbeits-Platz hängt. Tragen Sie dort alle Zweifel, Bedenken und Glaubenssätze ein, die Sie davon abhalten wollen, sich weiter mit Ihrer beruflichen Neuorientierung auseinanderzusetzen oder Ihnen einflüstern, dass das doch alles keinen Sinn macht. Dort haben Sie einen Platz. Dort sind sie „gebannt“, so dass sie keinen Unfug mehr anstellen können. Schauen Sie sie gelegentlich liebevoll an. Denn es sind alles Stimmen, die Sie beschützen wollen vor der großen weiten Welt, vor dem Wagnis des Lebens. Da Sie aber kein Kind mehr sind, ist dieser Schutz möglicherweise inzwischen überflüssig geworden. Er hat aber Ihre Achtung verdient, weil diese Stimmen oder Sätze zu einem anderen Zeitpunkt Ihr Überlegen gesichert haben. Aber jetzt wollen Sie ja einen Neubeginn, da brauchen Sie andere Stimmen dringender.

Nun sind Sie gut gerüstet für den Einstieg in die inhaltliche Arbeit. Das Feld ist bereitet und Sie können mit Grabungen nach Schätzen beginnen oder Sie säen die ersten Samen, aus denen sich dann prächtige Jobideen-Pflanzen entwickeln werden. Einen konkreten Einstieg finden Sie mit dem kostenlosen Starter-Set, das Sie auf meiner Website herunterladen können. Oder Sie beteiligen sich an meiner kleinen Arbeits-Platz-Aktion.

Aktion: Die ersten 5 Personen, die mir ein Foto von Ihrem neu gestalteten Orientierungs-Platz an mn@meinberufsweg.de schicken (das ich gerne als Motivation für andere veröffentlichen würde), erhalten mein Arbeitsheft „Standortbestimmung. Neuorientierung in eigener Regie“ zum Ausdrucken. Damit können Sie direkt durchstarten. Also, legen Sie los, ich freue mich auf Ihre neuen Arbeits-Plätze!