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5 gute Gewohnheiten, mit denen du aufblühst


5 Gute Gewohnheiten, mit denen du aufblühst, so dass alle fragen: „Warum strahlst du denn heute so?“


– „Das Programm wurde unerwartet beendet“, lese ich schon wieder auf meinem Bildschirm und ärgere mich. Ok, ich denke an die Worte meines Sohnes, „Mama, du musst deinen Rechner auch mal runterfahren, sonst läuft er nicht mehr richtig“. Dazu bin ich immer zu ungeduldig – eben mit dem Ergebnis, dass nichts mehr richtig funktioniert.

Wie ist das gerade bei dir in diesen besonderen Zeiten? Nutzt du sie, um dein System auch einmal herunterzufahren und ein erholsames Reset durchzuführen? Ja schon, sagst du, aber ich weiß nicht so genau, was ich nach dem Reset anders machen soll. – Nun, dafür habe ich eine besondere Idee, die ich dir hier vorstellen möchte. Wie wäre es denn mit einer Handvoll neuer heilsamer Gewohnheiten?

„Nichts ist mächtiger als die Gewohnheit“, wusste schon Ovid vor über 2000 Jahren – und das gilt eben im positiven und im negativen Sinne. Gewohnheiten an sich sind erst einmal nur clevere Werkzeuge des Alltags, mit denen unser Gehirn jede Menge Energie spart. Aber welche Gewohnheiten du deinem Gehirn beibringst, das entscheidet darüber, ob dein Leben gelingt und sich positiv anfühlt, oder ob du dich in einer deprimierenden Abwärtsspirale befindest.

Vielleicht kennst du folgendes Zitat, das dem Talmud zugesprochen wird, einer jüdischen Weisheitsschrift:

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Gewohnheiten stehen hier genau in der Mitte. Sie haben die Schlüsselstellung inne und bilden demnach die Handlungsverbindung im Alltag zwischen unseren Gedanken und dem, wie schließlich unser Leben im Großen und Ganzen gelingt. Diese große Macht der Gewohnheiten ist uns häufig nicht bewusst.


Gewohnheiten als Schlüssel für ein erfülltes und erfolgreiches Leben

Dass gute Gewohnheiten ein erfolgreiches, produktives Leben fördern, ist keine neuen Erkenntnis: Von Charles Darwin bis hin zu Barack Obama. Von Aristoteles bis zum Dalai Lama. Von William Shakespeare über Johann Wolfgang von Goethe bis hin zu Coco Chanel und Mark Zuckerberg. Wenn du das Leben der Erfolgreichen unter die Lupe nimmst, wirst du oft ein Set an Gewohnheiten sprich Routinen beobachten, die den Tag der jeweiligen erfolgreichen Person einrahmen. Viele dieser Menschen arbeiten sehr intensiv und sicher oft mehr als wir Normalbürger:innen. Ist es da nicht verwunderlich, dass sie sich dennoch die Zeit und die Muße nehmen, ihre guten Gewohnheiten so intensiv zu leben und die oft als „heilig“ bezeichnete Zeit ihrer Routinen konsequent zu verteidigen?

Genau diese Menschen haben verstanden, was Aristoteles bereits im 4. Jahrhundert vor Christus formuliert: „Wir sind das, was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.“ So prägen und gestalten wir unseren Tag mit unseren Gewohnheiten in einem wesentlich höheren Maß, als wir das denken. In einer Studie der Duke University konnte nachgewiesen werden, dass über 45 Prozent unseres Alltagsverhaltens auf Autopilot, also gewohnheitsmäßig abläuft. Die Frage ist nur, wo uns dieser Autopilot hinfährt.

Die meisten Menschen schenken diesem Umstand wenig Beachtung und lassen alles so laufen, wie es sich eben ergibt. So laufen wir oft schlafwandelnd durch unser Leben. Aber ist es nicht auch anstrengend, sich jeden Tag neu über die gleichen Dinge zu ärgern? Dass wir es beispielsweise einfach nicht schaffen, abends den Fernseher auszuschalten oder endlich mal unsere Wohnung auszumisten? Oder dass wir so viel Geld beim Fastfood-Mittagessen zum Fenster heraus werfen, anstatt uns einen leckeren selbstgemachten Mittagssnack von zuhause mitzunehmen?

Routinen schaffen Sicherheit und Struktur in bewegten Zeiten

 Tatsächlich bestimmt die Energie, mit der wir morgens in den Tag starten, die Grundschwingung, wie wir uns den Tag über fühlen werden. Erfolgreiche Menschen kennen dieses Phänomen sehr genau und nehmen sich häufig die ersten ein bis zwei Stunden des Morgens nur für sich und ihre Morgenroutine. Denn gerade Menschen, die sehr leistungsfähig sein müssen, wissen wie wichtig es ist, erst einmal gut für sich selbst zu sorgen.

Gute Gewohnheiten, die zudem noch clever kombiniert werden, bilden den Rahmen eines aktiven Lebens. Routinen und Rituale spenden Sicherheit und Vertrauen. In sie kann man sich hineinfallen lassen wie in ein weiches Bett. Der große Trick ist, wenn sie erst einmal installiert sind, sind sie nicht mehr anstrengend!

Sowohl die emotionale positive, als auch die negative Färbung verschwindet bei integrierten Gewohnheiten. So lässt das unangenehme Gefühl nach, sich morgens zum Joggen aus dem Bett zu quälen und die Überwindung wird demnach weniger. Es wird sich aber auch nicht jedes Mal bei der 10-minütigen Morgenmeditation ein besonders erhabenes Gefühl einstellen. Das musst du wissen, wenn du Gewohnheiten installierst. Also genau dann, wenn eine Gewohnheit anfängt, sich eher neutral anzufühlen so wie beispielsweise das tägliche Zähneputzen, dann ist sie in den Tiefen des Gehirns angekommen, von wo aus unser Autopilot seinen wertvollen Dienst tun kann.

Die unterschwellige Wirkung auf dein Leben ist enorm. Du richtest dich neu aus und zeigst täglich deinem Unterbewusstsein durch deine guten Gewohnheiten, was dir wichtig ist und wovon du mehr im Leben haben möchtest. Mit diesem klaren Marschbefehl kann es dann auch anfangen dein Leben so umzubauen, dass die Dinge plötzlich an ihren Platz fallen und sich deine Tage leichter, beschwingter und fröhlicher anfühlen. Und das merken die Menschen um dich herum und werden dich ansprechen. Probier es aus!


Verändere mit diesen 5 guten Gewohnheiten in weniger als 20 Minuten dein gesamtes Lebensgefühl

Was du dafür brauchst? Am besten morgens ein kleines ungestörtes Zeitfenster. Und vereinbare mit dir selbst eine Probezeit von drei bis vier Wochen, in der du möglichst lückenlos an diesem kleinen Programm dran bleibst. Nur dann wirst du die volle Schönheit spüren und die anderen werden merken, dass sich bei dir etwas Wesentliches verändert hat.

1. Pflücke den Tag

Zeit: 2 Minuten

Freu dich mit dieser Übung immer neu auf die Geschenke des Lebens, die der neue Tag für dich bereit hält.

Carpe diem wird oft mit „Nutze den Tag“ übersetzt. Tatsächlich meint es aber wortwörtlich das sinnliche Pflücken der für dich bereitgestellten Früchte des Tages. Diese wörtliche Übersetzung wird in dieser Übung der Atempädagogin Jutta Ritschel ernst genommen. Du pflückst dir am Morgen bewusst deine Früchte des Tages.

Ausführung:

  1. Stell dich direkt nach dem Aufstehen morgens ans geöffnete Fenster, zieh falls nötig eine abends bereitgelegte Jacke über. Mach dir bevor du beginnst mit offenen oder geschlossenen Augen bewusst, dass du diesen dir neu geschenkten Tag bewusst ergreifen willst.
  2. Stelle dich stabil hin, die Knie sind locker und dein Stand leicht federnd. Greif nun mit einer Hand soweit du kannst nach oben nach der wunderbaren Frucht dieses Tages und atme dabei ein.
  3. Atme dann beim Pflücken der Frucht auf „fff“ aus. Hebe beim Einatmen die andere Hand ganz nach oben, pflücke die nächste Frucht. Wiederhole das so oft, bis du dich erfrischt, wach und bereit für den Tag fühlst.

2. Atempendel

Zeit: 5 Minuten | Material: Evtl. Meditationskissen für den Boden

Dies ist eine meiner Lieblingsentspannungsübungen. Sie ist auch zum Loslassen von Gefühlen geeignet, die du nicht länger haben willst.

Ausführung:

  1. Setz dich bequem in den Schneidersitz auf den Boden oder aufrecht auf einen Stuhl. Lege deine Handrücken auf die Knie und schließe sanft die Hände zu einer entspannten Faust.
  2. Verlängere deine Wirbelsäule nach oben, entspanne deine Schultern, schließe die Augen. Nimm dir einen Moment Zeit, um deinen Atem zu beobachten.
  3. Öffne nun langsam deine rechte Faust während du einatmest und spüre beim Einatmen, wie sich dein Atemfluss nach oben in dein rechtes Nasenloch bewegt.
  4. Schließe am Ende der Einatmung die rechte Hand. Öffne dann langsam und bewusst deine linke Faust und spüre erneut, wie dabei dein Atem aus dem linken Nasenloch strömt.
  5. Spüre beim Einatmen, wie sich der Atem zurück in dein linkes Nasenloch bewegt und schließe dabei wieder langsam deine linke Hand. Während du dann durch das rechte Nasenloch ausatmest, öffnest du erneut deine rechte Hand. Damit ist eine Runde des Pendels abgeschlossen. Beginne eine neue Runde, indem du durch das rechte Nasenloch einatmest. Das hört sich am Anfang kompliziert an, du wirst aber schnell in den Rhythmus finden.
  6. Übe das Atempendel über mindestens sechs Runden, eher mehr, wenn du besonders beschäftigt bist. Versuche dabei, die Länge deiner Atemzüge anzugleichen. Spüre, wie du dich bei der Übung innerlich zentrierst – wie ein Pendel, das zur Ruhe kommt. Du kannst das Ausatmen auch bewusst mit der Intention verbinden, ein Gefühl oder einen Menschen loszulassen.
  7. Zum Schluss atmest du aus dem rechten Nasenloch aus; hältst die Handrücken weiter auf den Knien, öffnest beide Hände und legst sanft Daumen und Zeigefinger zu einer Meditationshaltung zusammen. Halten deine Augen weiter geschlossen und bleib noch einen Moment in Stille sitzen. Gehe dabei ganz in das Erleben, deine innere Weite zu spüren und deine Ganzheit im Kern deines Seins zu fühlen.

3. Bewegung des Lebens (Holomovement von Christina Kessler)

Zeit: 5 Minuten | Material: Deine Lieblingsmusik (oder s. Musikvorschläge unten)

Schwing dich mit der liegenden oder stehenden Acht ein in die große Bewegung des Lebens.

Die liegende Acht, das Unendlichkeitszeichen oder auch Lemniskate genannt, bringt Pole miteinander in Verbindung. Liegend verbindet sie deine Gehirnhälften und deine beiden Körperseiten. Stehend verbindet sie die Erde mit dem Himmel. Wenn du deinen Körper im Schwung der Lemniskate bewegst, begibst du dich in die große Bewegung der immerwährenden Schöpfung. Du kannst damit erfahren, wie es sich anfühlt, eingebettet zu sein in die Fülle des Lebens.

Wenn du die Bewegung morgens oder abends zu einem inspirierenden Musikstück ausführst, kannst du daraus ein kleines Ritual machen. Du wirst schnell merken, dass Körper, Geist und Seele regelrecht danach verlangen, weil diese kleine Übung rundherum gut tut.

Ausführung:

  1. Stelle dich gut geerdet mit beiden Beinen auf den Boden, die Knie bleiben locker. Lass die Bewegung der liegenden oder stehenden Acht durch dich hindurchfließen.
  2. Nimm wahr, wie dein Körper sich bewegen möchten. Du lässt also nicht deinen Kopf die Bewegungsimpulse geben, sondern tanzt von innen nach außen. Spüre, ob die Bewegungen raumgreifender werden oder du beispielsweise nur ganz kleine Bewegungen machen möchtest, die von außen kaum wahrnehmbar sind. Das mag jeden Tag unterschiedlich sein. Gib dich in die Bewegung, so wie es sich für dich in dem Moment gut anfühlt.
  3. Wenn du willst, kannst du dir vorstellen, wie du mit allen Elementen und der ganzen Natur im großen Tanz der Schöpfung jeden Tag aufs Neue mittanzt. Spüre die Gnade, die in diesem Geschenk liegt, ein Teil des großen Ganzen sein zu dürfen.
  • Musikvorschläge: May It Be (Enya)
  • I Am The Light Of My Soul (Sirgun Kaur/Sat Darshan Sing)
  • Wild Child (Enya)
  • I am the Love (Alexia Chellun)

4. Meditation zur liebenden Güte

Zeit: 3 Minuten

Geben und schenken macht glücklich. Auch dir wird diese Meditation ein wunderbares Gefühl von Ruhe und Harmonie schenken.

Wir alle leben in Beziehungen. Wenn wir glücklich sind, macht das andere glücklich und umgekehrt. Mit dieser Meditation versendest du liebende und gütige Gedanken und Wünsche an einen lieben Menschen. Du kannst sie aber auch anwenden, wenn du aktuell einen Konflikt mit einer aktuell nicht so „lieben“ Person hast.

Ausführung:

  1. Sorge dafür, dass du ungestört bist. Lege alle elektronischen Geräte in ein anderes Zimmer und schließe falls notwendig das Zimmer ab.
  2. Setze dich an einen Platz, an dem du dich wohl fühlst. Am Anfang ist die aufrechte Haltung auf einem Stuhl besser geeignet als der Schneider- oder gar Lotussitz. Lege deine Hände entweder nach oben geöffnet oder mit der Handfläche nach unten auf deine Oberschenkel. Achte darauf, dass deine Füße gut geerdet etwa in Schulterbreite auf dem Boden stehen. Ziehe gerne auch die Schuhe dazu aus.
  3. Atme einige Atemzüge tief durch die Nase ein und aus. Denke dann an jemand, dem du deine Liebe oder liebende Güte schicken möchtest. Das kann ein Mensch sein, der dir am Herzen liegt oder jemand, der gerade dringend gute Gedanken brauchen kann oder du möchstest deine Beziehung zu einer Person verbessern.
  4. Mach dir all ihre oder seine positiven Eigenschaft, all das Gute an ihr oder ihm bewusst. Versieh sie oder ihn gedanklich liebevoll mit einer eine Schutzhülle aus Licht und Wärme.
  5. Schicke ihr/ihm all die guten Wünsche, die du für sie oder ihn in dir spürst. Segnen heißt, jemand anderen „mit Gutem beladen“. Du kannst auch eine der folgenden Formulierungen verwenden: „Mögest du behütet sein auf allen deinen Wegen“; „Sei voller Licht und Liebe in allem was du erfährst und tust“; „Ich wünsche dir, dass du du selbst sein kannst und wir alle dich lieben, so wie du bist.“

5. Dankbarkeitskette

Zeit: 3 Minuten

„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“ Francis Bacon

Dankbarkeit ist ein Gefühl. Ziel aller Dankbarkeitsgewohnheiten ist es, dieses Gefühl so oft und so intensiv wie möglich zu empfinden. Das unterscheidet diese Gewohnheit von anderen Gewohnheiten, bei denen Gefühle wie im Booklet beschrieben auf Dauer verblassen, wenn du eine Gewohnheit regelmäßig durchführst. Menschen, die viel Dankbarkeit praktizieren, beschreiben sie als Veränderungskatalysator. Du kannst das Gefühl vertiefen, indem du beim Wort „Danke“ langsam einatmest und dir vorstellst, dass sich deine Herzregion dabei gleichzeitig öffnet.

Ausführung:

  1. Geh in dieser Übung davon aus, dass nichts selbstverständlich ist. Es gibt so viel, für das du dankbar sein kannst: „Gedenke der Quelle, wenn du trinkst“ (aus China).
  2. Nimm dir mit dieser Gewohnheit zwei bis drei Minuten Zeit aufzuzählen, wofür du dankbar bist und begründe auch warum das so ist. Das ist der Aspekt, der mit dir zu tun hat und damit vertiefst du deine Dankbarkeit. Du kannst folgende Formulierungen verwenden: „Ich bin von ganzem Herzen dankbar für …, weil …“ Oder: „Ich bin glücklich und dankbar für …, dadurch kann ich/ist es mir möglich, dass …“
  3. Wenn dir nach einigen Tagen nichts mehr einfällt, beginne mit der Dankbarkeitskette. Wenn du z.B. eine Scheibe Brot isst, bedanke dich für die nette Verkäuferin, die es dir verkauft hat; den Bäcker, der es gebacken hat; die Bauern, die die Zutaten für dich angebaut haben; das frische Wasser, das uns kostenlos zur Verfügung steht; die Sonne, die die Ähren hat wachsen lassen usw.
  4. Werde auch immer genauer. Wenn du dich beispielsweise für deine Gesundheit bedankst, kannst du die einzelnen Sinne durchgehen oder nacheinander jedes Organ, das so wunderbar Tag und Nacht für dich arbeitet.

Genieße deine besonderen Tage und teile diesen Artikel mit Menschen, denen er auch guttun könnte.

5 Schlüssel der Veränderung


Fünf Schlüssel der Veränderung für das Leben, das Sie wirklich wollen


Ein Jahreswechsel ist immer Anlass, Bilanz zu ziehen und hoffnungsvoll auf das nächste Jahr zu schauen, auf dass es „besser“ werde als das letzte. Aber viele Menschen weigern sich inzwischen, Vorsätze und Ziele ins Auge zu fassen. Sie sind desillusioniert, weil es schon so oft nicht geklappt hat.

  • Warum fällt es uns so schwer, das Leben, das wir wirklich wollen, umzusetzen?
  • Wir wissen ja oft ganz genau, was eigentlich dran wäre und was uns gut tun würde, „vergessen“ es aber über lange Strecken im Alltag. Warum ist das so?
  • Warum müssen uns oft erst richtige Schicksalsschläge wie der Tod eines nahen Angehörigen, eine heftige Krankheit oder eine überraschende Kündigung ereilen, damit wir uns verändern? Geht Veränderung nicht auch ohne den „Hammer“?

Als Laufbahnberaterin und Veränderungscoach beschäftigen mich diese Fragen schon viele Jahre. Denn ich sehe täglich, wie Menschen mit ihren privaten und beruflichen Veränderungen ringen. Aber ich sehe auch, wie sie strahlen und wie aufrecht sie plötzlich gehen, wenn es zu einem Durchbruch in ihrem Leben gekommen ist.

Den Generalschlüssel habe ich leider noch nicht gefunden, mit dem Sie Ihr Leben mit einer Umdrehung verändern können. Fünf einzelne Schlüssel der Veränderung, die mir und meinen Klient/innen im täglichen Leben helfen, möchte ich Ihnen aber in diesem Blogartikel vorstellen. Testen Sie diejenigen für sich, die Ihnen für Ihre eigenen Schlösser der Veränderung hilfreich erscheinen.


Veränderungsproblem 1: Mich selbst nicht ernst nehmen

Es scheint überwiegend eine Frauenkrankheit zu sein, die Bedürfnisse anderer über die eigenen Bedürfnisse zu stellen. Nehmen Sie sich selbst und das, was Sie im Leben brauchen, so ernst, wie Sie die Bedürfnisse Ihrer Lieben ernst nehmen? Wessen Bedürfnisse erfüllen Sie, wenn Sie Ihren Tag einmal von Morgens bis Abends durchgehen?

Schlüssel 1: Sich Zeit nehmen

Was können Sie tun, wenn die Bilanz zu Ihren ungunsten ausgefallen ist: Wenn jemand beispielsweise etwas von Ihnen will, reagieren Sie nicht sofort. Nehmen Sie sich die Zeit, die es benötigt, kurz auf Ihre Bedürfnisse zu hören und diese bei der Reaktion miteinzubeziehen. So sage ich zu meinem Sohn, der mich bei einem Projekt miteinspannen möchte „Lass mich mal kurz nachdenken, ich sag dir in ein paar Minuten Bescheid, ob ich mitmache.“ Oder bei einer Klientin, die nur an Terminen außerhalb meiner veröffentlichten Termine Zeit hat: „Ich gebe Ihnen morgen Bescheid, ob ich Ihnen einen Ausnahmetermin anbieten kann.“ Lassen Sie sich nicht drängen. Denn wenn wir unter Stress handeln, reagiert unser Autopilot. Dieser Autopilot ist gewohnt, die eigenen Bedürfnisse hintenan zu stellen – warum auch immer, da hat jede Frau ihre eigene Geschichte.


Veränderungsproblem 2: Auf Autopilot fahren

Victor Frankl, dem wir die Logotherapie verdanken, hat im KZ das Schlimmste erlebt, was Menschen erleben können – und hat es geschafft, sich seine innere Freiheit zu bewahren und jeder Situation Sinn abzugewinnen. Von ihm stammt das Zitat

Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.

Schlüssel 2: Intuition befragen

Dieser Schlüssel  hängt eng mit Schlüssel 1 zusammen: Hören Sie auf Ihre Intuition. Wann immer Sie sich bei automatisierten Handlungen beobachten (ganz freundlich beobachten, nicht „ertappen“), verharren Sie eine oder zwei Sekunden und hören Sie nach innen. Wollen sie wirklich nach der Tafel Schokolade greifen, oder ist Ihnen eigentlich gerade nach etwas ganz anderem, das vielleicht nicht so leicht zu haben ist wie die Tafel Schokolade? Vielleicht meldet Ihre Intuition dann, dass Sie sich selbst gerade etwas Gutes tun möchten. Aber was das sein soll, ist vielleicht gar nicht so festgelegt. Möglicherweise tut es auch ein warmes Bad?

Oder Ihr Chef legt Ihnen eine weitere Aufgabe auf den Tisch. Statt automatisiert zu stöhnen und zu fragen, wann er das Ergebnis denn benötigt, könnten Sie in dieser Sekunde nach innen hören, ob sich nicht so etwas wie eine klare Abwehr formiert, mit der Sie dann ganz sachlich fragen können: „Ich habe gerade diese drei Projekte auf dem Tisch, die ja alle eilig sind. Sagen Sie mir, welches ich nach hinten verschieben kann, um Ihren Auftrag noch dazwischen zu schieben?“


Veränderungsproblem 3: Knapp vorbei ist auch daneben

Wir alle haben ein Selbstbild, wie wir eigentlich wären, wenn wir mal dazu kommen würden. … Wenn die Kinder größer wären, oder dieses Projekt noch abgearbeitet oder die Wohnung endlich abbezahlt ist. So verschieben wir unser wahres, eigentliches, wesentliches Leben immer auf Morgen.

Schlüssel 3: Führung aus dem besseren Selbst

Kennen Sie Ihr besseres Selbst? Haben Sie schon einmal aufgeschrieben, wer Sie wären, wie Sie Ihren Tag verbringen würden und wie Sie generell agieren würden, wenn Sie in diesem besseren oder freieren Selbst angekommen wären?

Die gute Nachricht ist, das bessere Selbst steckt ja schon längst in uns. Wie Michelangelo den verborgenen David aus dem Stein herausgemeißelt hat, so geht es auch eher darum die Schichten abzutragen, die unser besseres Selbst noch verdecken. Welche Schichten sind das bei Ihnen? Die Schicht der „Anständigkeit“, weil man bestimmte Dinge einfach macht, z.B. Kontakte pflegt, die einem nicht wirklich etwas geben. Oder die Schicht der „Sicherheit“, weil man in der Partnerschaft einen ruhigen Hafen und ein gutes gemeinsames Auskommen gefunden hat, auch wenn vieles inzwischen schal geworden ist. Oder die Schicht der „Freundlichkeit“, weil man vermeintlich besser durch’s Leben flutscht, wenn man weniger Ecken und Kanten zeigt?

Machen Sie sich bewusst, dass es gar nicht darum geht, ein besserer Mensch zu werden oder erst noch das oder jenes zu lernen, bevor Sie dann „richtig“ losleben können. Nein, Sie können noch heute anfangen, Ihr besseres Selbst aus sich herauszuholen und in es hineinzuleben, bis Sie diese wunderschöne Form auch nach außen zeigen, die jetzt schon in Ihnen angelegt ist.

Bei vielen kleinen und großen Alltagsentscheidungen frage ich mich inzwischen: Liebes besseres Selbst, wie reagierst du? Wie entscheidest du zum Wohl für mich und das große Ganze? Da kommt immer eine klare Antwort. Ob ich dann auch die Kraft und den Mut habe, entsprechend zu handeln, unterscheidet sich von Mal zu Mal. Aber ich habe die Wahl, wie ich mich entscheide.


Veränderungsproblem 4: Es ist keine Kraft mehr übrig

Das Alltagsleben der meisten Menschen in unserer komplexen Gesellschaft ist vollgestopft. Wenn wir unsere Tagesabläufe anschauen, rennen wir den ganzen Tag. Nicht, dass wir das müssten, wir planen das oft nicht einmal aktiv, aber es ergibt sich so. Das ist auch erst einmal nicht schlimm und heißt auch nicht, dass wir auf diese Weise kein erfülltes Leben leben können.

Allerdings gelingt es uns meist nicht, in der täglichen Fülle die einzelnen Einheiten in ihrer vollen Schönheit zu genießen. Der interessante Geschäftstermin wird „abgearbeitet“, das Meeting, bei dem es um Wichtiges geht, wird „überstanden“, der After-Work-Drink wird „mitgenommen“, die Hausaufgaben mit den Kindern werden „durchgezogen“. So entsteht der Eindruck, wir werden gelebt und leben gar nicht mehr selbst. Absurd, wo wir doch das meiste selbst entschieden haben und es oft auch insgesamt gar nicht anders haben wollen.

Schlüssel 4: Die Kraft des Moments ausschöpfen

Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch Zugang zu großen Kraftquellen hat. Aber wir haben uns davon abgeschnitten und begnügen uns mit täglichen Rinnsalen, mit denen wir gerade so über die Runden kommen. Die größte Kraft, die größte Portion an Lebensenergie steht uns allerdings nur im Moment zur Verfügung.

Wenn wir mit unserem Gedanken und Sorgen vorauseilen in die Zukunft, zehren wir von gespeicherter Kraft. Wenn wir der Vergangenheit nachtrauern, verpasste Chancen bedauern oder uns ärgern, weil wir etwas nicht so hinbekommen haben, verbrauchen wir ebenfalls unsere Kraftreserven. Diese sind endlich. Weil wir mehr als 90 Prozent unserer Zeit gedanklich und emotional in der Zukunft oder in der Vergangenheit hängen, zehren wir von der Substanz. Deswegen sind wir so erschöpft, ja geradezu ausgelaugt. Leider denken wir bei diesen ganzen Ausflügen in Vergangenheit und Zukunft nicht einmal Neues, sondern drehen uns in Schleifen. Das heißt, die eingesetzte Energie ist nicht mal heilsam und löst auch keine Probleme.

Also, was können wir tun? Verbinden Sie sich so oft wie möglich mit dem Moment. Wie das geht? Hierzu gibt es zwei Wege, die Sie sofort in die Gegenwart katapultieren: Nehmen Sie alles durch Ihre fünf Sinne wahr. Und atmen Sie. Und schon sind Sie da und ganz präsent. Und in der Präsenz steht Ihnen alle Kraft zur Verfügung, die Sie benötigen, um die jeweilige Situation gut zu bewältigen und sogar kraftvoll zu gestalten.


Veränderungsproblem 5: Sich ablenken lassen und ständig den Kurs ändern

Haben Sie auch das Gefühl, dass Sie im Gegensatz zu anderen disziplinierten Menschen nichts auf die Reihe bekommen? Dass die Dinge nicht voran gehen und selbst überschaubare Vorhaben wie Ihre Wohnung ausmisten oder eine Bewerbung für einen attraktiven Job schreiben einfach nicht getan werden? Lieber gehen Sie doch den bequemeren Weg und lassen sich ablenken, indem Sie E-Mails abarbeiten oder im Internet bei der nächsten Urlaubsplanung stecken bleiben. 

Schlüssel 5: Sanft den Fokus beibehalten

Veränderung hat etwas mit Energie zu tun. Sie kennen das, Energie folgt der Aufmerksamkeit. Wenn meine Aufmerksamkeit ungerichtet ist und ich mich vor mir selbst und dem, was ich mir vorgenommen habe, drücke, dann geht gar nichts voran.

Was wir nicht alles auf uns nehmen, um uns zu drücken: Wir putzen die Fenster, wir helfen Kollegen beim Umziehen, manchmal erledigen wir sogar so unangenehme Dinge wie die Steuer. Dass wir uns drücken heißt einerseits, dass wir Respekt vor dem haben, was wir als wichtig und wesentlich erkannt haben. Das heißt aber auch, dass wir denken, wir schaffen es nicht. Oder die Schritte, die wir uns vorgenommen haben, sind zu groß.

Wissen Sie, was gerade Ihr Fokus ist? Was ist das erste Projekt, das zu dem Leben führt, das Sie eigentlich leben wollen? Ist es beispielsweise eine Teilselbstständigkeit oder wollen Sie ein Buch schreiben oder einen tollen Garten anlegen? Wie sieht Ihr aktuelles Veränderungsschloss aus? Welche nächste Tür möchten Sie öffnen?

Ich erledige pro Tag eine Sache für meinen Fokus. Dazu muss ich mich nicht zwingen. Ich finde, wir zwingen uns schon viel zu viel. Dazu muss ich mich maximal sanft anschubsen. Das geht übrigens morgens noch besser als abends, wenn die Batterie der Selbstmotivation noch nicht leer ist.

Was verstehe ich unter einer Sache? Das kann eine E-Mail von fünf Minuten sein. Das kann eine Recherche von 20 Minuten sein. Oder es packt mich und ich bleibe mehrere Stunden dran, wenn ich zum Beispiel ein neues Buchkonzept entwickle. Tatsächlich werden Sie erkennen, dass auf diesem Weg auch große Vorhaben zu stemmen sind. Und wenn es Jahre dauert? Dann ist das so. Aber Sie sind auf dem Weg, und das ist ein richtig gutes Gefühl.

Dann wünsche ich Ihnen viel Freude beim Ausprobieren der fünf Veränderungsschlüssel. Teilen Sie gerne unter dem Blogartikel Ihre Erfahrungen mit uns.