Wie finde ich meine berufliche Perspektive?


In 7 Schritten zur passenden Jobidee …

Haben Sie auch nach zwei Wochen im neuen Jahr noch beste Vorsätze, Ihre berufliche Zufriedenheit in 2017 deutlich zu erhöhen?

Aber wie könnten Sie erst mal vorsichtig loslegen, ohne dass Sie zu viel Zeit oder gar Geld investieren möchten?

Ich stelle Ihnen in diesem Blogartikel mein Geschenk für Sie vor: Mit der Jobideen-Matrix sind Sie in 2 x 90 Minuten mindestens 7 Schritte weiter und wissen schon etwas genauer, was Sie können und wohin Sie wollen. Das Tool können Sie hier downloaden.

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein neues Projekt. Bevor Sie durchstarten macht es Sinn, dass Sie das Projektziel, Projektvoraussetzungen, Meilensteine und das Zusammenwirken aller Einzelbausteine klären. Diese Schritte sind den meisten von uns vertraut. Übertragen Sie einfach Ihre Projektkompetenz auf Ihr Projekt der beruflichen Orientierung.

1. Sammeln, sammeln, sammeln

Wie wäre es, wenn Sie als erstes einen passenden Titel für Ihr Jobprojekt finden: beispielsweise: „meine berufliche Perspektive für 2017“ oder „Mein Traumjob“ oder (mein Motto) „für mein erfülltes Berufsleben“ oder „Dieses Jahr pack ich den Absprung“? Wie lautet Ihr Titel für Ihr Jobprojekt?

Dann lassen Sie uns mit den Einzelbestandteilen Ihres Zukunftsprojekts beginnen. Ich schlage vor, Sie machen sich Gedanken über:

  • Ihre Sehnsüchte und Ihre Bedürfnisse: Die meisten Menschen wissen sehr gut, wo Sie nicht hinwollen, aber auch darüber können Sie im Umkehrschluss ein paar Punkte finden, wo es Sie hinzieht.
  • Ihre beruflichen Erfahrungen: Niemand kommt mit leeren Händen. Sie tragen schon einen ganzen Rucksack an wertvollen Bausteinen mit sich herum. Schauen Sie nun, welche Bausteine Ihnen davon gefallen und welche Sie gerne als nicht benötigten Ballast abwerfen möchten.
  • Ihre Interessen: Schauen Sie doch einmal ganz aus der Vogelperspektive auf das, was Sie im Laufe Ihres Lebens interessiert hat. Manche Leidenschaft ist vielleicht inzwischen in Vergessenheit geraten und muss wieder ausgebuddelt werden. Zu manchem haben Sie schon lange Lust, gestehen sich die Zeit allerdings nicht zu.
  • Ihre Kompetenzen: Hängen Sie den Kompetenzbegriff nicht zu hoch auf. Tragen Sie einfach alle Fähigkeiten, die Sie im Lauf Ihres Lebens angesammelt haben zusammen, da gibt es persönliche Fähigkeiten (offen auf Neues zugehen) , soziale (humorvoll kommunizieren), methodische (Probleme gut analysieren) und fachliche (Expertenwissen Medizintechnik). Die Liste wird sicher länger als Sie denken.
  • Ihre bevorzugten Orte und Menschen: Wir alle arbeiten gerne in einer für uns förderlichen Umgebung und mit Menschen zusammen, die vielleicht ähnlich ticken unsere Art zu arbeiten teilen. Finden Sie heraus, in welchem „Biotop“, und mit welchem Typus Mensch Sie gerne in Zukunft zusammenarbeiten möchten, dann können Sie sich auf die Suche nach diesen Orten und Menschen machen.

jobideen-matrix2. Sortieren und fokussieren

Nun haben Sie eine große Sammlung an „Baumaterial“ angelegt. Sichten Sie die Sammlung und finden Sie für die einzelnen Bereiche heraus, welche Aspekte Ihnen besonders wichtig sind.

3. Kombinieren

Eine Kreativitätstechnik, mit der Sie Ihre Ergebnisse weiterarbeiten können, ist die sogenannte „heuristische Matrix“. Hört sich schlimmer an, als es ist. Das ist einfach eine Art und Weise, verschiedene Aspekte frei zu kombinieren, um zu möglichst vielen verschiedenen Ideen zu kommen. Stellen Sie sich vor, die Matrix ist Ihre große Spielwiese: Sie sitzen vor Ihren Bausteinen und probieren aus, was zusammenpasst, was gemeinsam gut aussieht, was vielversprechend wirkt. Das Ausprobieren können Sie auch gerne zu zweit oder zu dritt durchführen, das macht mehr Spaß.

4. Dokumentieren

Schreiben Sie erste Ideen auf, selbst wenn diese noch so verrückt sind. Lassen Sie diese Ideen mindestens über Nacht ruhen. Nur so hat Ihr Unterbewusstsein Zeit, auch ausgefallenen „Hausentwürfen“ eine Chance zu geben und in der großen unbewussten Bibliothek einen ersten Abgleich vorzunehmen, was gut zu allem, was da im Dunkeln gelagert ist, passen könnte. Denn wenn Sie Ihr Unterbewusstsein nicht für eine neue Jobidee begeistern können, dann haben Sie verloren, deswegen gehen Sie hier behutsam vorwärts.

5. Werte überprüfen

Ein wichtiger Baustein fehlt noch. Das ist sozusagen der Kapo auf dem Bau, an dem Sie vorbei müssen. Er macht die Qualitätskontrolle, damit Ihr Haus nicht zusammenstürzt. Deswegen ermitteln Sie nun noch Ihre Werte und fassen das, was Ihnen im Leben wichtig ist für sich zusammen. Erst dann können Sie anhand dieser wert-vollen Kriterien überprüfen, ob eine Jobidee für Sie etwas taugen könnte oder eben auch nicht. Wenn Ihre Werte Harmonie und Kollegialität sind, sollten Sie vielleicht nicht im Unternehmensberatungsumfeld oder als Anwältin arbeiten…

6. Ranking erstellen

Aus der Jobideen-Matrix lassen sich leicht zehn oder mehr Ideen generieren. Nach der Wertekontrolle sind vielleicht einige herausgeflogen. Nun haben Sie optimalerweise drei bis fünf neue Jobideen übrig, mit denen Sie ein Ranking erstellen. Dieses Ranking bezieht Ihr Bauchgefühl mit ein. Sie sollten aber bei den verbleibenden Ideen auch tiefer in die Recherche gehen, um eine solide Entscheidung treffen zu können. Weitere Ranking-Kriterien könnten sein, ob die Idee in Ihre jetzige Lebensphase passt und ob sie in den nächsten drei bis fünf Jahren realistisch umsetzbar ist.

7. Prototypen finden

Sie sollten auf keinen Fall Ihren Job nun aus lauter Begeisterung sofort an den Nagel hängen. Eine Entscheidung in dieser Tragweite sollte gut unterfüttert sein, damit Ihr „Traumjob-Haus“ nicht beim ersten Sturm weggeweht wird. Die Basis schaffen Sie mit ersten beruflichen Erfahrungen – selbst wenn Sie dafür noch nicht bezahlt werden – in der Laufbahnberatung nennen wir das Probehandeln. Das Probehandeln geschieht über sogenannte Prototypen, mit denen Sie im Kleinen das austesten, was Sie im Großen machen möchten. Angenommen, Sie wollen spezialisierte Kinderfotografin werden, dann gestalten Sie Ihren ersten Kinderkalender mit Ihren Fotos, lassen ihn drucken und versuchen, ihn beispielsweise an Kindereinrichtungen oder Eltern zu verkaufen. Angenommen, Sie möchten eine Bar oder ein Café eröffnen, dann suchen Sie so lange, bis Sie jemanden finden, der Sie eine mindestens zweiwöchige eigenverantwortliche Urlaubsvertretung machen lässt (selbst wenn Sie dafür unbezahlten Urlaub nehmen müssen!).

Wenn Sie wissen, wohin Sie wollen, ist – wie anfangs beschrieben – eine neue Jobidee nichts anderes als ein Projekt. Die meisten von uns können auch komplexere Projekte eigenständig umsetzen. Und Sie wissen ja, ein Projekt besteht schlichtweg aus vielen kleinen sinnvollen Schritten. Dann wünsche ich Ihnen viel Erfolg beim Losgehen und dass Sie Ihre spannende berufliche Perspektive in 2017 finden.

Hier geht’s zum Jobideen-Tool.

Sind Sie zufrieden im Job? Machen Sie den Eigentlichkeitstest!


Sind Sie zufrieden im Job? Machen Sie den Eigentlichkeitstest!

 Vor einigen Tagen las ich in der „My way“, dass Ganzheitsmediziner als eine der Hauptursachen für Unzufriedenheit im Job bei Frauen den überhöhten Anspruch sehen, erfüllt arbeiten zu wollen und zu müssen. Da der aktuelle Job dann nicht so erfüllend sei, wie die Vorstellung vom eigentlichen Traumjob, steige die Unzufriedenheit und der berufliche Stress. Das hat mich nachdenklich gemacht.

Wer mich kennt, weiß, dass ich eine vehemente Vertreterin des erfüllten Arbeitens bin. Ich denke übrigens, dass jeder Mensch das Recht dazu hat. Das habe ich unter anderem in meinem Manifest (Link) zum Nachlesen zusammengefasst. Aber muss das sein, dass sich gerade Frauen durch die Diskrepanz zwischen ihrem realen Job und ihrer Vorstellung vom perfekten Job unter Druck setzen lassen?

Denn das würde sich dann einreihen in die Mär vom perfekten Körper, der perfekten Beziehung, der perfekten Familie, des perfekten Eigenheims und was da sonst noch so in unseren Medien und unseren Köpfen herumschwirrt. Wir brauchen keine neue „Druckstelle“. Und gleichzeitig brauchen wir eine gesunde Vorstellung vom erfüllten Arbeiten. Meine Definition will ich kurz mit dem Eigentlichkeitsfaktor erklären.

Der Eigentlichkeitstest: Arbeiten Sie bereits erfüllt?

Wieviel Spaß macht Ihnen Ihr Job eigentlich, gefühlt auf einer Skala von 0 bis 100 Prozent? Die meisten von uns können da eine Zahl nennen und die ist meistens deutlich über 50 Prozent. Genügt das?

Lassen Sie uns ein wenig tiefer hinschauen: Schreiben Sie doch einmal die Haupttätigkeiten Ihres Jobs auf. Das können Sie pi mal Daumen mit den Tätigkeiten machen, die in einem Monat immer wieder anfallen. Sie können aber auch einfach einen normalen Arbeitstag innerlich durchgehen. Laden Sie sich dazu den Eigentlichkeitstest mit der kleinen Tabelle herunter.

Tätigkeit Anteil in Prozent Eigentlichkeitsfaktor Bewertung

Schreiben Sie in die erste Spalte Ihre Tätigkeiten, z.B. Präsentation vorbereiten, Bericht schreiben, Laborwerte vergleichen, Kundenservice am Telefon etc.

Überlegen Sie, wie hoch der zeitliche Anteil in Prozent an Ihrer Gesamttätigkeit ist. Und dann bewerten Sie ebenfalls in Prozent, wie viel Freude Ihnen diese Tätigkeit eigentlich macht. Das „eigentlich“ ist wichtig, denn es gibt viele Dinge, die wir tun, weil sie zu dem größeren Ganzen beitragen, das wir tun möchten. Wenn ich z.B. ein Buch schreibe, dann gehören Detailrecherchen oder viele Korrekturdurchgänge dazu. Ich nehme sie in Kauf, weil mir das große Ganze Freude macht. Wenn Sie eher ungeliebte Tätigkeiten, die einem größeren Zweck dienen, mit der „Eigentlichkeits-Brille“ anschauen, dann bewerten Sie sie möglicherweise freundlicher, weil Sie den Sinn dahinter sehen können.

Darüber hinaus steht das „eigentlich“ für die Unwägbarkeiten des Alltags, weil natürlich immer wieder Dinge dazwischenkommen, einzelne Gespräche nicht so toll laufen, unser Chef an Ihrem Mailing herumkrittelt, obwohl Sie es gerne geschrieben haben oder wir auch mal aus anderen Gründen schlecht gelaunt sind und keine Lust auf diese Tätigkeit haben. Das sind Faktoren, die Sie durch das „eigentlich“ herausfiltern. Wodurch die Gesamtbewertung für die Tätigkeit dann realistischer ausfällt.

Die Auswertung: Wie zufrieden sind Sie wirklich?

Bewerten Sie dann in der letzten Spalte mit einem positiven oder negativen Smilie, ob das für Sie so in Ordnung ist. Die Bewertung entsteht durch das Zusammenspiel von Eigentlichkeitsfaktor mit dem Tätigkeitsanteil in Prozent. Wenn wir etwas gar nicht gerne machen, es aber selten tun müssen, können wir das in Kauf nehmen, weil dieser Tätigkeitsaspekt eben dazu gehört und die Gesamtbewertung dieser Tätigkeit kann dennoch positiv ausfallen. Wenn Sie beispielsweise nicht gerne im Rampenlicht stehen, aber die Begrüßung einer ausländischen Delegation übernehmen müssen, diese aber sonst gerne betreuen, fallen die fünf Minuten ungeliebte Tätigkeit möglicherweise nicht so ins Gewicht.

Schauen Sie sich nun die letzte Spalte genauer an. Wie fällt Ihr Gesamturteil Ihres Jobs aus? Passt Ihre Bewertung zu der allgemeinen Zahl, die Sie ganz am Anfang geschätzt haben?

Es ist übrigens völlig in Ordnung, hier alle Prozentzahlen und Bewertungen aus dem Bauch heraus abzugeben. Unsere Intuition bezieht sehr viel mehr Erfahrungsaspekte mit ein als unsere Kognition. Und mit einer offenen Skalierung, wie Sie sie gerade mit den Prozentzahlen durchgeführt haben, rufen Sie Ihre Intuition auf den Plan.

Ab wieviel Prozent ist ein Job denn „erfüllt?“

Meines Erachtens, wenn Ihre Gesamtwertung bei 70 Prozent oder besser liegt. Das ist schon richtig gut. Mehr geht fast nicht. Denn auch wenn wir erfüllt arbeiten, besteht unsere Arbeit eben immer wieder aus Aspekten, die uns weniger Spaß machen oder die wir einfach tun müssen, damit das große Ganze stimmt und wir die Ziele unserer Arbeit erreichen. Das Arbeiten ist eben kein Ponyhof und selbst auf dem Ponyhof gehört das Ausmisten dazu, oder?

Machen Sie die Traumjob-Probe

Es könnte sein, dass Sie in einem Moment, in dem Sie gerade mal wieder nicht zufrieden sind mit Ihrer Arbeit, davon träumen, jetzt endlich Ihr kleines Café zu eröffnen, doch noch das Innenarchitektur-Studium durchzuziehen oder als Selbstversorgerin in einer Blockhütte in Schweden zu leben und Ihren Lebensunterhalt über einen DIY-Internetshop zu bestreiten.

Machen Sie doch mal die Probe mit der Tabelle, in der Sie alle Tätigkeiten, die zu Ihrem vermeintlichen Traumjob gehören, ebenfalls so bewerten, wie Sie das mit Ihrem jetzigen Job gemacht haben. Ich verspreche Ihnen, Sie werden überrascht sein, dass Ihr Traumjob selten sehr weit von Ihrem jetzigen Job entfernt ist. Und das ist doch Stress-Reduktion pur! Denn nun wissen Sie, wie Sie Ihre Arbeitssituation realistisch einschätzen können, ohne einem vermeintlichen Idealbild hinterher zu trauern.

Also doch keine berufliche Orientierungsberatung?

Ich bin von ganzem Herzen Laufbahnberaterin und unterstütze Sie gerne auf dem Weg in Ihr erfülltes Berufsleben. Ja spinne ich denn, dann so zu argumentieren wie eben?

Ich denke nicht. Ein wichtiges Ergebnis beruflicher Neuorientierung ist immer wieder, dass der jetzige Job eigentlich ganz prima passt. Oft sind es andere Faktoren, die nicht stimmen, aber an denen kann man etwas tun, ohne das ganze Berufsleben umzukrempeln zu müssen. Wenn Sie noch Ideen benötigen, wie Sie Ihrem Job noch ein paar Prozentpunkte mehr Freude geben können, lesen Sie doch mal meinen Artikel „8 Ideen für mehr Flow im Job„.

Und übrigens gibt es ja noch die Menschen, die mit deutlich unter 70 Prozent aus dem kleinen Eigentlichkeitstest gehen. Herzlich Willkommen, ich freue mich, wenn Sie sich auf den Weg in ein erfüllteres Berufsleben machen. Schauen Sie mal bei meinen Angeboten vorbei. Mehr berufliche Erfüllung garantiert.

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Gute Vorsätze? ­Aber richtig!


5 Tipps, wie Sie gut ins neue Jahr starten und Ihre Vorsätze auch definitiv umsetzen.

Vielleicht stellen Sie auch mit Erschrecken fest, dass Sie schon wieder die gleichen guten Vorsätze fassen wie im letzten Jahr. Kann das denn sein? Sind wir wirklich so willensschwach und veränderungsresistent?

Ich denke, es liegt daran, dass wir uns schlichtweg falls einschätzen. Wir überschätzen unsere Fähigkeit, große Veränderungen einzuläuten. Wir unterschätzen unsere Fähigkeit, kleine Veränderungen wirklich durchführen zu können. Hier meine Ideen dazu, wie Sie Ihre Vorsätze gut in die Realität überführen.

1. Sich eine Sache vornehmen

Auf meiner inneren Agenda stehen im neuen Jahr meistens fünf bis zehn Dinge, Haltungen oder Lebensgewohnheiten, die ich dringend verändern möchte. Das ist definitiv zu viel. Überlegen Sie, womit Sie anfangen möchten. Nehmen Sie den Stress raus und entscheiden Sie sich, mit einem Vorhaben zu beginnen. Es macht zwar Spaß, sich vorzustellen, wie man von heute auf morgen sein Leben umkrempelt und ein (noch) tollerer Mensch wird. Aber durchführbar ist das nicht. Womit möchten Sie anfangen?

Wenn Sie Bedenken haben, dass Sie die anderen Dinge vergessen, tragen Sie sie gut über’s Jahr verteilt in Ihren Kalender ein.

2. Kleine Schritte gehen

Ich hasse diese Empfehlung mit den kleinen Schritten, denn ich bin ein ungeduldiger Mensch. Aber über die Jahre habe ich mich selbst überzeugt, dass das der einzige Weg zur Veränderung ist. Aber warum? Stellen Sie sich einfach vor, wir als Menschen haben ungeheures Verharrungsvermögen in unserer Komfortzone. Diese ist sogar beschützt von Leibwächtern, die jedes Mal, wenn wir unsere Komfortzone verlassen wollen, Alarm schlagen und die Kollegen Angst, Sorgen, Zweifel, Faulheit und andere ungeliebte Mitbewohner unseres inneren Kommittees zur Verstärkung rufen, wenn sie sich bedroht fühlen.

Diese Leibwächter können Sie nur überlisten, wenn die Veränderung so klein ist, dass sie unter der Gefahrenschwelle bleibt und Ihnen eigentlich noch leicht fällt. Das heißt, Sie dehnen die Komfortzone behutsam. Also: Was fällt Ihnen so leicht, dass es Ihnen schon fast lächerlich vorkommt?

Nehmen Sie sich vor, einmal die Woche spazieren oder walken zu gehen, statt dreimal joggen zu gehen. Ach, da stimmt der Herausforderungsgrad für Sie dann nicht? Ja, das kenne ich. Aber niemand hat gesagt, dass es bei einmal spazieren gehen bleibt. Beweisen Sie sich erst einmal, dass Ihr Vorhaben nicht schon an minimalen ersten Schritten scheitert. Das ist die erste Schwelle, die Sie zu nehmen haben. Und immer sachte, damit Sie Ihre Leibwächter nicht wecken.

3. Mit Bordmitteln beginnen

„Bevor, es jetzt richtig losgeht, brauche ich aber noch das passende Ausstattung, sonst macht das auch keinen Spaß.“ Sind bei Ihnen auch in der Vergangenheit zahlreiche Diätprodukte oder  Nahrungsergänzungsmittel in der Mülltonne gelandet und Fitnessgeräte verschrottet worden, weil die Vorsätze schon wieder erlahmt waren, bevor die Equipment-Beschaffung noch abgeschlossen war?

Probieren Sie es diesmal mit Bordmitteln, mit denen Sie noch heute anfangen können. Wenn Sie zeichnen lernen möchten, schieben Sie die Anschaffung des teuren Zeichenmaterials noch ein wenig raus. „Und wenn ich die Freude daran dann schon im Keim ersticke, weil das Material nicht stimmt?“ Glauben Sie mir, wenn Sie wirklich zeichnen lernen wollen, tut es für die ersten Versuche vielleicht ein normaler Bleistift und ein Youtube-Video, um zu testen, ob das wirklich Ihr Ding ist. Oder graben Sie Ihr altes Theraband aus, googlen Sie Theraband Übungen und beginnen Sie jetzt. Wenn Sie Feuer fangen, dann werden Sie sich informieren und dann hält Sie niemand mehr davon ab, sich die Profi-Ausrüstung zuzulegen.

Wenn Sie abnehmen möchten, sind Sie ja vermutlich auch bereits Profi in den ersten Schritten. Es kommt gar nicht so sehr darauf an, welche der vielen Diätregeln Sie umsetzen, die Auswahl ist eher beliebig, die Durchführung ist alles. Ich empfehle Ihnen, das was Sie essen, zu dokumentieren; vier Stunden Zeit zwischen den Mahlzeiten zu lassen; die leeren Kohlehydrate wie Weißmehl und Zucker und darüber hinaus den Obstkonsum zu reduzieren. Wenn das noch nichts hilft, dann essen Sie nichts mehr nach 18.00 Uhr. Das können Sie alles ohne teure Diätprogramme, besondere Lebensmittel oder Ernährungskurse ab heute durchführen. Das Wichtige ist, dass Sie jetzt schon im Kleinen anfangen und den Schwung der Neujahrsmotivation unbedingt mitnehmen.

4. Einen Vorsatz 5 x unverändert durchhalten

Kennen Sie das, Sie fangen eine neue Diät an, haben einen Tagesplan mit klarer Ernährungsstruktur und am ersten Tag bereits vor dem Mittagessen machen Sie die erste Ausnahme? Oder Sie haben einen Trainingsplan für die Woche und weichen bereits nach zwei Trainingseinheiten davon ab. Schließlich wissen Sie es besser. Sie sind ja ein ganz besonderer Mensch mit ganz besonderen Bedürfnissen und Umständen. Das konnten die Experten ja nicht wissen, also müssen Sie Anpassungen vornehmen.

Die schlechte Nachricht ist, dass Sie in dieser Hinsicht tatsächlich nicht so besonders sind, dass Sie nicht einem allgemeinen Plan folgen könnten. Glauben Sie mir, ich bin eine Meisterin der Improvisation und habe mir mit meinem individualistischen Sturkopf schon viele bewährte Programme kaputt improvisiert.

Selbstmanagement-Gurus empfehlen 5 x unverändert bei einem Vorsatz zu bleiben, bevor Sie anfangen, ihn abzuwandeln und Anpassungen vorzunehmen. Nur so ist Ihre Erfahrungsbasis ausreichend groß genug, um wirklich sinnvolle Anpassungen vornehmen zu können. Gehen Sie also fünf Mal Ihren Minischritt aus Abschnitt 2, bevor Sie anfangen, den nächsten dazuzunehmen oder ihn zu modifizieren.

5. Neues Verhalten in eine Gewohnheit verwandeln

Aus der Verhaltenspsychologie wissen wir, dass es mindestens 21 Tage dauert, bis ein Verhalten zu einer Gewohnheit wird (wenn man die Veränderung möchte). Mit meinen Kindern habe ich die Erfahrung gemacht, dass es ca. 300 Mal dauert, ein neues Verhalten einzuschleifen (wenn man die Veränderung nicht möchte), da ging es zum Beispiel um das Thema „Jacke aufhängen“. Aber Sie hatten ja gesagt, dass Sie die Veränderung möchten, oder?

Das Praktische an Gewohnheiten ist, dass wir nicht jedes Mal bewusst über sie nachdenken müssen. Also 21 Tage lang müssen wir uns bewusst daran erinnern, zur Zahnseide zu greifen, danach ist uns dieser Teil der Zahnhygiene dann schon so vertraut, dass wir automatisch danach greifen.

Um diese 21 Tage durchzuhalten, sollten Sie sie dokumentieren. Setzen Sie ein Kreuzchen, einen Punkt, ein Sternchen, einen Smiley oder was auch immer, wenn Sie das Verhalten durchgeführt haben. Sie können sich dazu meine einfache Tabelle hier ausdrucken. Gliedern Sie die neuen Gewohnheiten in kleine, handhabbare Einheiten: Zahnseide verwenden, abends keine Kohlenhydrate essen, 5-Min. Meditation am Ende der Mittagspause.

Es ist ja so eine Sache mit dem Willensmuskel, der bei guten Vorsätzen sehr schnell erschlafft. Aber die meisten Willensmuskel halten die 21 Tage gut durch (wenn die Veränderung nicht zu groß ist s. Abschnitt 2). Wenn Sie Ihren Willensmuskel überfordern, schlägt er zurück. Es ist belegt, dass dann zu Kompensationszwecken das Verhalten in die andere Richtung ausschlägt, sie also nach einer harten Diät deutlich mehr essen, als vorher oder nach einer Phase des Nichtrauchens plötzlich drei Zigaretten pro Tag mehr geraucht werden als vorher. Gehen Sie also behutsam und liebevoll mit Ihrem Willensmuskel um. Locken Sie ihn evtl. mit Belohnungen durch die 21 Tage, danach wird es leichter.

Tja, das war’s. Diese Tipps kommen Ihnen möglicherweise weder besonders spektakulär, noch besonders neu vor. Vielleicht sind Sie jetzt enttäuscht. Die Enttäuschung nehme ich Ihnen aber erst ab, wenn Sie die Kombination aller fünf Tipps ernsthaft probiert haben. Denn wie schon Goethe wusste: „Erfolg hat drei Buchstaben: TUN.“

Ich freue mich auf Ihre Erfahrungen mit der Umsetzung, die Sie gerne hier in den Kommentaren hinterlassen können.


Sie wollen noch mehr? Dann nehmen Sie an meiner Challenge: „2016 – ich mach mein Ding“ teil

Sollten Sie merken, dass dieses Jahr danach ruft, etwas Besonderes zu werden und Sie nicht nur gute Vorsätze haben, sondern etwas Größeres stemmen möchten, dann lade ich Sie ein, an meiner kostenlosen Challenge teilzunehmen. Da zeige ich Ihnen, wie Sie größere Herzensprojekte so angehen, absichern und vorbereiten, dass diese wirklich gelingen.

Bei Interesse tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse hier ein. Die Challenge startet am 18. Januar. Sie erhalten zwei Wochen lang eine E-Mail, die auf die jeweilige Webseite des Tages verlinkt. Dort finden Sie vielfältige Materialien, mit denen Sie Ihr Projekt Schritt für Schritt voranbringen können. Parallel dazu können Sie sich mit anderen Menschen, die auch ihr Herzensprojekt voranbringen, austauschen und sich gegenseitig auf Facebook unterstützen. Ich freue darauf, Sie kennenzulernen.