Design your Job – berufliche Neuorientierung, die Spaß macht


Kennen Sie das: Sie können Stunden und Tage mit Ihrer Urlaubsplanung verbringen. Sie schreiben Packlisten, vergleichen Preise und Flugzeiten, befragen Freunde, die schon mal in dem Land waren und verbringen Abende mit der Vorfreude auf die schönste Zeit im Jahr?

Wie wäre es denn, wenn Sie mit der gleichen Erwartungsfreude an Ihre berufliche Lebensplanung gehen? Wenn Sie tüfteln und kritzeln, Routenpläne entwerfen und wieder verwerfen, erste Stationen festklopfen und mit Menschen sprechen, die schon in dem Tätigkeitsland waren, das Sie bereisen wollen?

Das ist etwas ganz anderes, sagen Sie? Da sind Sie nicht der einzige. Das höre ich immer wieder von Menschen, mit denen ich über berufliche Lebensgestaltung (Job-Design) ins Gespräch komme:

  • Das ist alles nicht so einfach, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.
  • Ich hab’s schon ein paar mal versucht, mir fällt da irgendwie nichts ein.
  • Eigentlich bräuchte ich da ein Coaching, aber das kann ich mir nicht leisten…

Workbook Design your Job Teil 2_Seite_5Alles beginnt mit einer Standortbestimmung. Analysieren Sie mit dieser und mit einigen anderen Übungen erst einmal, was an Ihrem aktuellen Job passt und was nicht.


Mal sehen, was sich da machen lässt, dachte ich und habe das Design-your-Job-Workbook genau für diese Fragestellungen entwickelt:

  1. Ich gebe Ihnen mit diesem Workbook einen Fahrplan an die Hand, mit dem Sie sicher auf der Reise zu dem für Sie passenden Job begleitet werden.
  2. Damit das alles nicht so schwer und ernst wird, lade ich Sie ein, spielerisch mitzumachen und „nur mal so auf dem Papier“ ein paar Dinge auszuprobieren.
  3. Große Teile des Workbooks sind kostenlos und es gibt es Unterstützung in unserer Facebook-Gruppe „Design your Job“. Damit gibt es keine Ausreden mehr, weil jeder mitmachen kann.

Wer das Workbook gedruckt kaufen möchten:

 

Titelseite Workbook

Was Sie davon haben

Starten Sie sofort und Schritt für Schritt in ein glücklicheres Arbeitsleben. Gleichzeitig werden Sie schon jetzt attraktiver für Ihren Arbeitgeber, weil Sie wissen, was Sie können und wollen. Das steigert sofort Ihre Beschäftigungsfähigkeit und Ihren Marktwert.

Unterstützen Sie sich in einer Community. Lassen Sie sich aufbauen von Menschen, die vielleicht schon einen kleinen Schritt weiter sind. Beschreiben Sie, wo Sie gerade hängen und was Ihnen aktuell so schwer fällt.

Lassen Sie sich mit Ideen beschenken. Angenommen, Sie haben Ihr Profil oder Ihre Kernkompetenzen ausgefüllt, haben aber keine Ahnung, was Sie damit beruflich anfangen können. Laden Sie Scans oder Fotos von Ihren Arbeitsergebnissen in die Gruppe hoch und fragen Sie nach Ideen.



Ich komme im Erstberuf ursprünglich aus dem Mediendesign. Was mir an guten Designern immer gefallen hat ist ihre besondere Einstellung und Haltung dem Leben und ihrer Arbeit gegenüber:

  • Designer erfinden selten etwas neu, aber sie bauen das, was da ist, neu und clever zusammen. Sie müssen auch nichts neu erfinden, Sie sind, wer Sie sind. Aber vielleicht lässt sich Ihr Jobprofil neu zusammenbauen, so dass es aktuell für Sie besser passt und Sie zufriedener macht?
  • Designer schaffen Verbindungen, sie verbinden zum Beispiel Kundenwünsche und ein Produkt miteinander. Designer sind keine Künstler, sondern sie arbeiten im Dienst einer Sache. Das Medienprodukt, das sie erstellen, muss funktionieren und gekauft werden. Ähnlich ist das auch bei Ihnen, oder? Sie wollen keine kühnen, unerreichbaren Traumgespinste aufbauen, sondern Jobentwürfe, die machbar sind und für Sie und Ihr Umfeld funktionieren.
  • Designer haben keine fix und fertigen Lösungen, aber sie vertrauen auf den Weg. Sie erschaffen Stück für Stück Trittsteine unter ihren Füßen. Design ist ein Prozess mit Versuch und Irrtum. Im Jobdesign machen wir oft den Fehler, dass wir etwas ausprobieren und es gleich ganz hinwerfen, wenn es nicht klappt. Lernen Sie, wie Sie sich Ihrer Idee Schritt für Schritt mit Prototypen nähern. „Fail often and early“ ist so ein Prinzip aus dem Design-Thinking, das wunderbar auf das Job-Design anwendbar ist.

Warum Design-Thinking?

Design-Thinking ist ein Kreativitätskonzept, das verschiedene Werkzeuge verbindet, um zu kreativen Lösungen für komplexe Probleme zu kommen. In den letzten Jahren ist diese kreative Großmethode zunehmend in Unternehmen eingesetzt worden, die sich den Herausforderungen der Zukunft stellen möchten. Auch Einzelpersonen mit komplexen Fragestellungen profitieren von diesem Design-Prozess. Und eine berufliche Neuorientierung oder der individuell passende Job ist eine komplexe Fragestellung, da brauchen wir uns nichts vorzumachen.

Ich habe deswegen den Prozess und die kreative Haltung des Design-Thinking dem Workbook zugrunde gelegt.

ProzessSie werden vielleicht gar nicht viel davon merken, aber die Prozess-Schritte sind danach ausgerichtet und einzelne Übungen sind dem Design-Thinking-Umfeld entnommen. Seien Sie einfach beruhigt, dass Sie einem Prozess folgen, der sich bewährt hat, Ihre Kreativität fördert und hoffentlich auch noch Spaß macht.

Die Idee dahinter

Ich arbeite seit 15 Jahre in der Beratung (und Fortbildung von LaufbahnberaterInnen) daran, dass noch mehr Menschen ihr berufliches Zuhause finden. Für mich gibt es nichts Schöneres als Menschen dabei zuzusehen, wenn sie mit Freude ihrer Arbeit nachgehen, gute Laune ausstrahlen, auch wenn es mal schwieriger wird und anderen Menschen mit ihrer Arbeitsleistung das Leben leichter und lebenswerter machen.

Wollen Sie auch Teil des großen Clubs der „Happy Working People“ werden? Ich würde mich sehr freuen.

Ihre Martina Nohl

PS: Das Workbook und die Facebook-Gruppe sind in Du-Form angelegt. Denn in einer Community geht es einfach persönlicher zu.


Das mache ich gerneMachen Sie sich mit dieser Übung bewusst, was Sie alles gut können und gerne machen. Und erzählen Sie heute doch einmal einem netten Menschen von Ihren neu entdeckten Stärken 😉

Wie finde ich meine berufliche Perspektive?


In 7 Schritten zur passenden Jobidee …

Haben Sie auch nach zwei Wochen im neuen Jahr noch beste Vorsätze, Ihre berufliche Zufriedenheit in 2017 deutlich zu erhöhen?

Aber wie könnten Sie erst mal vorsichtig loslegen, ohne dass Sie zu viel Zeit oder gar Geld investieren möchten?

Ich stelle Ihnen in diesem Blogartikel mein Geschenk für Sie vor: Mit der Jobideen-Matrix sind Sie in 2 x 90 Minuten mindestens 7 Schritte weiter und wissen schon etwas genauer, was Sie können und wohin Sie wollen. Das Tool können Sie hier downloaden.

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein neues Projekt. Bevor Sie durchstarten macht es Sinn, dass Sie das Projektziel, Projektvoraussetzungen, Meilensteine und das Zusammenwirken aller Einzelbausteine klären. Diese Schritte sind den meisten von uns vertraut. Übertragen Sie einfach Ihre Projektkompetenz auf Ihr Projekt der beruflichen Orientierung.

1. Sammeln, sammeln, sammeln

Wie wäre es, wenn Sie als erstes einen passenden Titel für Ihr Jobprojekt finden: beispielsweise: „meine berufliche Perspektive für 2017“ oder „Mein Traumjob“ oder (mein Motto) „für mein erfülltes Berufsleben“ oder „Dieses Jahr pack ich den Absprung“? Wie lautet Ihr Titel für Ihr Jobprojekt?

Dann lassen Sie uns mit den Einzelbestandteilen Ihres Zukunftsprojekts beginnen. Ich schlage vor, Sie machen sich Gedanken über:

  • Ihre Sehnsüchte und Ihre Bedürfnisse: Die meisten Menschen wissen sehr gut, wo Sie nicht hinwollen, aber auch darüber können Sie im Umkehrschluss ein paar Punkte finden, wo es Sie hinzieht.
  • Ihre beruflichen Erfahrungen: Niemand kommt mit leeren Händen. Sie tragen schon einen ganzen Rucksack an wertvollen Bausteinen mit sich herum. Schauen Sie nun, welche Bausteine Ihnen davon gefallen und welche Sie gerne als nicht benötigten Ballast abwerfen möchten.
  • Ihre Interessen: Schauen Sie doch einmal ganz aus der Vogelperspektive auf das, was Sie im Laufe Ihres Lebens interessiert hat. Manche Leidenschaft ist vielleicht inzwischen in Vergessenheit geraten und muss wieder ausgebuddelt werden. Zu manchem haben Sie schon lange Lust, gestehen sich die Zeit allerdings nicht zu.
  • Ihre Kompetenzen: Hängen Sie den Kompetenzbegriff nicht zu hoch auf. Tragen Sie einfach alle Fähigkeiten, die Sie im Lauf Ihres Lebens angesammelt haben zusammen, da gibt es persönliche Fähigkeiten (offen auf Neues zugehen) , soziale (humorvoll kommunizieren), methodische (Probleme gut analysieren) und fachliche (Expertenwissen Medizintechnik). Die Liste wird sicher länger als Sie denken.
  • Ihre bevorzugten Orte und Menschen: Wir alle arbeiten gerne in einer für uns förderlichen Umgebung und mit Menschen zusammen, die vielleicht ähnlich ticken unsere Art zu arbeiten teilen. Finden Sie heraus, in welchem „Biotop“, und mit welchem Typus Mensch Sie gerne in Zukunft zusammenarbeiten möchten, dann können Sie sich auf die Suche nach diesen Orten und Menschen machen.

jobideen-matrix2. Sortieren und fokussieren

Nun haben Sie eine große Sammlung an „Baumaterial“ angelegt. Sichten Sie die Sammlung und finden Sie für die einzelnen Bereiche heraus, welche Aspekte Ihnen besonders wichtig sind.

3. Kombinieren

Eine Kreativitätstechnik, mit der Sie Ihre Ergebnisse weiterarbeiten können, ist die sogenannte „heuristische Matrix“. Hört sich schlimmer an, als es ist. Das ist einfach eine Art und Weise, verschiedene Aspekte frei zu kombinieren, um zu möglichst vielen verschiedenen Ideen zu kommen. Stellen Sie sich vor, die Matrix ist Ihre große Spielwiese: Sie sitzen vor Ihren Bausteinen und probieren aus, was zusammenpasst, was gemeinsam gut aussieht, was vielversprechend wirkt. Das Ausprobieren können Sie auch gerne zu zweit oder zu dritt durchführen, das macht mehr Spaß.

4. Dokumentieren

Schreiben Sie erste Ideen auf, selbst wenn diese noch so verrückt sind. Lassen Sie diese Ideen mindestens über Nacht ruhen. Nur so hat Ihr Unterbewusstsein Zeit, auch ausgefallenen „Hausentwürfen“ eine Chance zu geben und in der großen unbewussten Bibliothek einen ersten Abgleich vorzunehmen, was gut zu allem, was da im Dunkeln gelagert ist, passen könnte. Denn wenn Sie Ihr Unterbewusstsein nicht für eine neue Jobidee begeistern können, dann haben Sie verloren, deswegen gehen Sie hier behutsam vorwärts.

5. Werte überprüfen

Ein wichtiger Baustein fehlt noch. Das ist sozusagen der Kapo auf dem Bau, an dem Sie vorbei müssen. Er macht die Qualitätskontrolle, damit Ihr Haus nicht zusammenstürzt. Deswegen ermitteln Sie nun noch Ihre Werte und fassen das, was Ihnen im Leben wichtig ist für sich zusammen. Erst dann können Sie anhand dieser wert-vollen Kriterien überprüfen, ob eine Jobidee für Sie etwas taugen könnte oder eben auch nicht. Wenn Ihre Werte Harmonie und Kollegialität sind, sollten Sie vielleicht nicht im Unternehmensberatungsumfeld oder als Anwältin arbeiten…

6. Ranking erstellen

Aus der Jobideen-Matrix lassen sich leicht zehn oder mehr Ideen generieren. Nach der Wertekontrolle sind vielleicht einige herausgeflogen. Nun haben Sie optimalerweise drei bis fünf neue Jobideen übrig, mit denen Sie ein Ranking erstellen. Dieses Ranking bezieht Ihr Bauchgefühl mit ein. Sie sollten aber bei den verbleibenden Ideen auch tiefer in die Recherche gehen, um eine solide Entscheidung treffen zu können. Weitere Ranking-Kriterien könnten sein, ob die Idee in Ihre jetzige Lebensphase passt und ob sie in den nächsten drei bis fünf Jahren realistisch umsetzbar ist.

7. Prototypen finden

Sie sollten auf keinen Fall Ihren Job nun aus lauter Begeisterung sofort an den Nagel hängen. Eine Entscheidung in dieser Tragweite sollte gut unterfüttert sein, damit Ihr „Traumjob-Haus“ nicht beim ersten Sturm weggeweht wird. Die Basis schaffen Sie mit ersten beruflichen Erfahrungen – selbst wenn Sie dafür noch nicht bezahlt werden – in der Laufbahnberatung nennen wir das Probehandeln. Das Probehandeln geschieht über sogenannte Prototypen, mit denen Sie im Kleinen das austesten, was Sie im Großen machen möchten. Angenommen, Sie wollen spezialisierte Kinderfotografin werden, dann gestalten Sie Ihren ersten Kinderkalender mit Ihren Fotos, lassen ihn drucken und versuchen, ihn beispielsweise an Kindereinrichtungen oder Eltern zu verkaufen. Angenommen, Sie möchten eine Bar oder ein Café eröffnen, dann suchen Sie so lange, bis Sie jemanden finden, der Sie eine mindestens zweiwöchige eigenverantwortliche Urlaubsvertretung machen lässt (selbst wenn Sie dafür unbezahlten Urlaub nehmen müssen!).

Wenn Sie wissen, wohin Sie wollen, ist – wie anfangs beschrieben – eine neue Jobidee nichts anderes als ein Projekt. Die meisten von uns können auch komplexere Projekte eigenständig umsetzen. Und Sie wissen ja, ein Projekt besteht schlichtweg aus vielen kleinen sinnvollen Schritten. Dann wünsche ich Ihnen viel Erfolg beim Losgehen und dass Sie Ihre spannende berufliche Perspektive in 2017 finden.

Hier geht’s zum Jobideen-Tool.

Berufliche Neuorientierung à la Carte – Teil 4: Essen und das Neue feiern


Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem beruflichen Neuentwurf!

(Umsetzungsphase, Online-Kurs Modul 9 und 10)

Nach einem langen Vorbereitungstag in der Küche und dem immer wieder anstrengenden Kochen geht es jetzt endlich ans Essen. Vielleicht werden Sie Ihr Menü erst einmal in kleinem Kreis verkosten wollen, um mit Hilfe Ihrer Testesser alles noch ein wenig zu optimieren. Manchmal müssen Sie es vielleicht auch ganz verwerfen, weil sie sich schlichtweg verschätzt haben. Die Kombination der Zutaten schmeckt doch nicht so gut, wie Sie sich das vorgestellt haben. Oder außer Ihnen schmeckt es niemandem? (Fisch an Orangenmarmelade oder Schokolade mit Kapern war vielleicht doch zu ausgefallen?) Lassen Sie sich nicht ermutigen. Die Kombination Ihrer Zutaten bietet wirklich so viele Möglichkeiten, dass Sie sicher eine neue Lieblingsidee finden können.

Wenn Sie sich dann auf ein Menü festgelegt haben und es an den Mann oder an die Frau, sprich an Kunden oder an Arbeitgeber bringen möchten, kommen weitere Schritte dazu, die ich Ihnen hier kurz vorstellen will. Restaurants sind auch nicht fertig mit der Arbeit, wenn sie die Speisekarte optimal vorbereitet haben, da wären dann noch Fragen der Bekanntmachung (Corporate Design, Öffentlichkeitsarbeit, Marketing) zu klären, sowie Fragen des Vertriebs und des optimalen Services, bis sie den gewünschten Draht zu ihren Wunschkunden haben und sich vor Reservierungen nicht mehr retten können.

Wie kann ich vor dem großen Essen Probekochen?

Angenommen Sie haben da ein oder zwei großartige Ideen, trauen Sie sich aber noch nicht so recht zu oder möchten erst einmal abschätzen, ob diese Ihnen in der konkreten Umsetzung immer noch schmecken werden. Dann fangen Sie es klein an. Veranstalten Sie im kleinen Rahmen eine Verkostung und verfeinern Sie durch erste Kundenrückmeldungen Ihr Produkt.

Anna könnte (bevor sie ihre jetzige Anstellung kündigt und auf Arbeitsreise geht) ein oder zwei Testkunden gewinnen, denen sie ihre zukünftige Dienstleistung kostenlos anbietet. Und sie könnte auch eine Webinar-Happy-Hour mit kleinen Leckerbissen aus ihrer Schreibküche anbieten und sich dadurch bekannt machen.

Lorenz könnte eine tolle Präsentation erstellen, diese in Wohnanlagen für Senioren oder an Akademien für Ältere in Vorträgen vorstellen und ins Gespräch mit seiner zukünftigen Zielgruppe kommen, damit er mitbekommt, was diese wirklich interessiert und wo ihr echter Bedarf beim Thema Computeranwendungen ist. Oder er bietet einen Schnupper-Erlebniskurs mit dem Tablet an, das im Kurspreis inbegriffen ist und zeigt Anwendungen, die süchtig machen…

Beide haben sich dadurch bereits selbst einen kleinen Job in ihrem zukünftigen Arbeitsumfeld geschaffen. Sie merken beim Ausführen dieser Jobidee nun selbst, ob Ihnen die Küche, in die sie hineinschnuppern, gefällt, welche Köche da noch so unterwegs sind, was die Spielregeln der jeweiligen Chefkochs sind. Es geht also um Erfahrungen, die sehr leicht gemacht werden können, aber unbezahlbar sind, wenn Sie darauf eine ernsthafte Berufstätigkeit aufbauen möchten.

  • Welches kleine Probeprojekt könnten Sie entwickeln, um Ihre Idee zu verkosten?
  • Wer könnte Sie bei der Umsetzung unterstützen?
  • Wo könnten Sie Ihre Dienstleistung, Ihr Produkt oder Ihre neugierige Arbeitskraft anbieten?

Download Fragebogen: Häppchen 4 (10 Fragen)

Mit wem will ich essen?

Nach den ersten Erfahrungen mit Ihrem individuellen Menü und ersten Rückmeldungen der „Testverkoster“, hat sich Ihre Idee vielleicht nochmal geändert oder zugespitzt. Oder Sie haben sie verworfen und eine andere Idee getestet, die Ihnen nun mehr zusagt (manche benötigen hier auch Zeit, um mehrere Ideen auszuprobieren, bis sie lustvoll zubeißen).

Nun ist es an der Zeit aus der Idee ein echtes Vorhaben mit klarem Ziel zu machen.

  • Wie heißt Ihr smartes Ziel? (Sie alle können sicher Ziele nach der SMART-Formel formulieren.)
  • Aber noch wichtiger: Wie fühlt es sich an? Fühlen Sie eine Art Erwartungsspannung, so wie als Kind vor einem Geburtstag? (Und es geht ja auch um eine Geburtsstunde.)
  • Mit wem wollen Sie essen? Blättern Sie nochmal in Ihren Antworten der letzten „Häppchen“. Wer ist Ihre Zielgruppe? Wem möchten Sie Ihr Menü zum gemeinsamen Essen anbieten?

Lucys Ziel heißt: „Ich finde bis Ende 2016 eine Stelle als gut bezahlte Assistentin einer freundlichen essenFührungskraft in einem Umfeld, das mir gefällt.“

Sie kann sich schon gut am Schreibtisch stehen sehen und wüsste sofort, sagt sie, ob sie mit ihrem Chef klar kommen würde oder nicht (es muss für sie übrigens ein männlicher Chef sein). Sie hat ein bisschen Angst, weil sie als Industriekauffrau keine klassische Sekretärin ist, dafür hat sie aber vielseitige Erfahrungen in der Bürokommunikation und gute Zeugnisse aufzuweisen.

Am liebsten wäre es ihr, eine Stelle in einem „grünen Unternehmen“ oder in einem Architekturbüro zu finden, da sie sich schon immer sehr für Architektur interessiert. Branchenerfahrung hat sie auch in der Lebensmittelindustrie. Vielleicht bewirbt sie sich auch bei einem Biokonzern.

Die Zeitplanung und Plan B für Notfälle in der Küche?

Nachdem das Ziel klar ist, können Sie die Umsetzung Ihres Menüs wie jedes andere Projekt planen, mit einem Zeitplan und natürlich mit Meilensteinen: Wenn beispielsweise das Dessert fertig ist, gibt es erst einmal eine Kostprobe und auch der Wein sollte schon mal probiert werden. Verschieben Sie die große Feier nicht auf Danach, sondern gestalten Sie auch den Weg schon als Fest!

Und der gute Koch sorgt vor: Falls die Mousse au Chocolat gerinnt oder die Fleischklöpschen anbrennen, zaubert er immer eine Lösung aus dem Hut. Nehmen Sie Hindernisse vorweg und legen Sie mit Wenn-dann-Plänen alternative Wege oder andere Zubereitungsarten fest.

Anna überlegt: Wenn ich keinen Testkunden finde, dann erfinde ich einfach eine fiktive Firma und werbe mit diesen Mailings. Wenn ich mit meinen Webinaren nicht an klassische Redakteure herankomme (weil sie meine Fachkompetenz nicht anerkennen), dann gehe ich an Online-Redakteure, die sind da vielleicht offener. Wenn mir unterwegs das Geld ausgeht, weil nicht genug Aufträge reinkommen, werde ich eben (wie als Studentin) zwischendrin Work & Travel machen, das schreckt mich auch nicht ab. Etc.

  • Wie sieht Ihr Projektplan für die Umsetzung Ihres neuen Jobprojekts konkret aus?
  • Welche Hindernisse könnte es auf dem Weg geben und wie können sie ihnen begegnen?

Wie überzeuge ich beim gemeinsamen Essen?

Tatsächlich, Sie sind zu einem Vorbereitungsgespräch eingeladen oder Sie haben Ihren ersten bezahlten Auftrag. Jetzt werden Sie schon nervös, gell? Aber stellen Sie sich vor, Sie sind besten aufgestellt. Sie sind nun im besten Sinne des Wortes selbst-bewusst.

Wenige haben Ihre individuelle Leistung so systematisch und durchdacht aufgebaut wie Sie. Wenige wissen so genau, was Sie können und wollen – und was Sie nicht können und wollen. Damit haben Sie die beste Vorarbeit geleistet, um im Bewerbungsgespräch oder im Kundenkontakt zu glänzen.

Und das Beste ist: Wenn Sie Ihr Ding machen, strahlen Sie ganz von alleine und nichts überzeugt mehr als Präsenz und Authentizität. Wenn Sie von Ihrer Sache überzeugt sind, dann können Sie andere anstecken mit Ihrer Begeisterung. Ich habe es schon erlebt, dass extra eine Stelle für eine Person geschaffen wurde, weil die ausgeschriebene Stelle doch nicht zu 100 Prozent gepasst hatte. Aber das, was die Klientin anzubieten hatte, war so überzeugend, dass der Arbeitgeber lieber doch zugegriffen hat, bevor das Sahnestückchen an einen anderen Arbeitgeber geht…

  • Formulieren Sie zu jeder Ihrer Fähigkeiten und zu Ihrer Spezialität einen Satz
  • Bereiten Sie sich auch nochmal schriftlich auf die Frage vor: Was erwarten Sie von uns als Ihrem zukünftigen Arbeitgeber? Die Bestandteile der Antwort haben Sie bereits gesammelt.

Download Fragebogen: Häppchen 4 (10 Fragen)

Guten Appetit!

Lassen Sie es sich schmecken, ich freue mich, wenn Sie am Ziel Ihrer Träume angekommen sind. Und ich freue mich darüber hinaus für uns alle, dass jetzt auch andere etwas davon haben, wenn Sie lecker arbeiten: nämlich einen motivierten Mitarbeiter, eine glückliche Kollegin oder eine fähige Geschäftspartnerin!

Ich lade Sie herzlich ein, Ihre individuelle Jobmenü-Idee hier in die Kommentare zu schreiben. Erstens committen Sie sich dadurch, zweitens weiß ich dann, wofür ich Ihnen die Daumen drücken darf.

Liebe Grüße und viel Erfolg!

Ihre Martina Nohl

Berufliche Neuorientierung à la Carte – Teil 3: Kochen und Verkosten


Jetzt geht’s endlich ans Kochen: Ihr individuelles Jobmenü entsteht

(Kreativitäts- und Entwicklungsphase, Online-Kurs Modul 6, 7 und 8)

Stellen Sie sich vor, Sie dürfen ein Restaurant, Bistro oder endlich Ihr Lieblingscafé eröffnen. Nun haben Sie im letzten Teil der Artikelserie schon intensiv herausgefunden, was Ihr Stil, Ihr Geschmack, Ihr Ding ist. In diesem Teil werden Sie die Bausteine und Elemente verdichten, eventuell nochmals aussortieren und neu kombinieren. So kommen Sie zu Ihrem einzigartigen Angebot, das Ihre Person und Ihr Können verkörpert. Wegen dieser ganz individuellen Zusammensetzung werden die Menschen bei Ihnen essen wollen. Dieses ganz besondere Menü in dieser Zusammenstellung und Zubereitungsart bieten nur Sie und kein anderer Mensch auf dieser Welt.

Und dieser Zubereitungsprozess hat schon etwas Magisches. Niemand von uns möchte sich zeitgleich ein rohes Ei, einen Löffel Mehl, ein Stück Butter und obendrauf noch eine Prise Backpulver in den Mund schieben. Aber in gebackener und schön angerichteter Form würde doch niemand zu diesem Stückchen Kuchen nein sagen, oder?

– Also lassen Sie uns schauen, wie Sie Ihre Zutaten ganz alchemistisch durch Ihre individuelle Zubereitungsart auf eine neue Ebene heben, damit daraus ein Gesamtentwurf und vielleicht sogar ein Gesamtkunstwerk wird.

Was möchten Sie für andere kochen und anbieten?

Nachdem Sie sich so genau unter die Lupe genommen haben, zu welchem Schluss kommen Sie: Sind Sie eher der Typ für ein 5-Gänge-Menü? Mögen Sie eher die gute und deftige Hausmannskost? Stehen Sie für raffiniert zubereitete Köstlichkeiten, die möglicherweise nicht so vielen Menschen schmecken, dafür aber etwas Besonderes sind?

kochenWie soll die Zusammensetzung Ihrer zukünftigen Tätigkeit aussehen? Kochen Sie lieber angestellt oder selbstständig? Möchten Sie das eventuell kombinieren, weil die Spezialität, die Sie da im Sinn haben, möglicherweise in keiner Großküche Platz hat? Machen Sie sich auch Gedanken darüber, wie viel Zeit und wie viel Geld Sie bereit sind, in die Verwirklichung Ihres großen Vorhabens zu stecken. An welchen zeitlichen Horizont denken Sie, bis die ersten Gäste Ihr Angebot essen können?

Wie passt das Angebot in Ihre jetzige Lebensphase? Ist jetzt schon die Zeit gekommen, „Ihr eigenes Süppchen zu kochen“ oder sind Sie mit anderen Dingen (Kinder, Hausbau, Pflege der Eltern, Beziehungsstress) noch so beschäftigt, dass Sie nicht die notwendige Kraft aufbringen könnten?

Lucy weiß, dass sie niemals selbstständig sein möchte. Sie braucht geordnete Arbeitszeiten, klare Arbeitsvorgaben und ein Umfeld, in dem sie sich wohlfühlt. Ihre Stärke ist ihre Vielseitigkeit und ihr Talent zum Netzwerken. Das Thema oder Gebiet, in dem sie als Sachbearbeiterin tätig ist, ist ihr nicht so wichtig, Hauptsache es wird nicht langweilig und sie hat mit vielen Menschen zu tun. Auch als Assistentin eines Geschäftsführers oder an der Rezeption kann sie sich gut sehen. Diese Erkenntnis erleichtert sie, weil sie sich innerhalb ihrer Branche mit entsprechender Berufserfahrung weiterbewerben kann und nicht „ganz was anderes“ machen muss, wie sie befürchtet hatte. Wichtig für Lucy sind ausgezeichnete Bewerbungsunterlagen, damit sie die Chance hat, mit ihrer Persönlichkeit im Vorstellungsgespräch zu punkten.

Download Fragebogen: Häppchen 3 (10 Fragen)

Fragen über Fragen. Hier noch einmal für Sie zusammengefasst:

  • Welcher Angebots-Typ sind Sie? Welchen Anspruch haben Sie an Ihren zukünftigen Arbeitsplatz? Wie viele Gänge benötigen Sie?
  • Welche Zeiten, welche Orte benötigen Sie, um gerne und ausdauernd den Kochlöffel zu schwingen?
  • Sind Sie ein Patchwork-Arbeiter, der gerne zwei bis drei unterschiedliche Jobs parallel fährt? (Beispielsweise am Wochenende selbstständig auf dem Markt, in der Woche drei Tage im Büro oder vormittags angestellt, nachmittags selbstständig?).
  • Bringen Sie die notwendige Disziplin, das Durchhaltevermögen und Organisationstalent für diese Art von Arbeiten mit? Welche Ihrer Fähigkeiten würden Ihnen helfen bei der Gestaltung eines komplexen Arbeitsmenüs?

Wie wird aus dem, was ich mitbringe, das absolutes Traumgericht?

Alle Zutaten, die Sie mitbringen, um Ihr individuelles Menü/Angebot für den Arbeitsmarkt zu gestalten, können in unterschiedlichster Zubereitungsart verwendet werden. Pilze können frisch, aus der Dose oder gefriergetrocknet sein, man kann sie in der Suppe, im Auflauf oder gefüllt einsetzen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Genauso geht es jetzt auch darum, die Bestandteile Ihrer zukünftigen Arbeit clever und lecker zu kombinieren, damit Sie Freude daran haben, aber auch Ihr zukünftiger Arbeitgeber oder Kunde Ihnen Ihr Angebot aus der Hand reißt wie warme Semmeln.

Anna kann besonders gut Mailings schreiben, obwohl sie keine Redakteurin ist, hat sie diesen frechen und humorvollen Stil, der besonders bei jungen Startups gut ankommt. Sie bietet ihnen an, Mailings und Newsletter für sie zu schreiben, die jeweils an besondere Ereignisse geknüpft sind (Nikolaus, Tag des Kusses, Weltfrauentag etc.). Darüber hinaus könnten sie Menschen über Webinare schulen, ebenfalls locker und verständlich werblich schreiben zu lernen (Mitarbeiter in Werbeagenturen, Redaktionen und Einzelunternehmer). Anna ist gerne unterwegs. Nichts hindert sie daran, diese Tätigkeiten während ihrer ausgiebigen Reisen durchzuführen. Sie ist offen für eine Festanstellung, wenn sie ihr angeboten wird. Bis dahin versucht sie, sich als Solopreneurin ohne Gründungskapital selbstständig zu machen.

  • Was ist Ihre Spezialität: Welche Tätigkeiten können Sie mit welchen Menschen (oder Materialien) an welchem Ort zu welcher Zeit am besten?
  • Welche Themen bringen Sie auf welche Weise einzigartig in Ihr Arbeitsumfeld ein. Für wen besonders?
  • Wie können Sie Ihre Spezialität zusätzlich so inszenieren, dass daraus für alle ein Erlebnis wird?

Download Fragebogen: Häppchen 3 (10 Fragen)

Welche Möglichkeiten gibt’s noch?

Wenn Sie die Zutaten auf den Tisch legen, beispielsweise im Freundeskreis oder mit ein paar Vertrauten, die Sie gerne unterstützen und auch wirklich konstruktiv sind, dann machen Sie doch einmal ein gemeinsames Brainstorming. Sie kennen die Brainstorming-Regeln: Verrückt sein und Trittbrettfahren (sich an Ideen anderer hängen) ist absolut erlaubt. Aussortiert wird später.

Lorenz kommt mit den Zutaten: „Organisationstalent, Senioren, Computer, anders lehren“ und erfindet beispielsweise Kombinationen von:

  • Computer-/Internet-/Handy-Fortbildungszentrum für Senioren
  • Installation von Computer-Erlebnisräumen in Altenheimen
  • Gründen einer Seniorenfirma, die anderen Senioren Nachhilfe in Computeranwendungen gibt
  • Aufbau eines Produktions- und Vertriebssystems für den ultimativen altengerechten Computer
  • Events und Weiterbildungszentrum mit Computeranwendungen für Senioren, die den Lebensabend bereichern (Datingportale, Spiele, Gehirntraining, Reisen online)
  • Eine Stelle in der Personalentwicklung in Unternehmen, die vermehrt ältere Mitarbeiter einstellen. Hier klärt er individuell den Fortbildungsbedarf und kann auch selbst Schulungen halten.

Jetzt sind Sie an der Reihe. Sichten Sie Ihre Antworten und markern Sie die wichtigsten Zutaten an. Ich empfehle Ihnen nicht mehr als 4 bis 7. Man kann ein Gericht auch überfrachten, dann schmeckt man gar nichts mehr und der Charakter wird verwässert.

  • Für welche Zutatenauswahl entscheiden Sie sich?
  • Welche Kombinationen fallen Ihnen ein, welche dem kleinen Team, das Sie zur Unterstützung fragen?
  • Welche Ideen riechen köstlich? Welche werden Ihnen voraussichtlich nicht schmecken, auch wenn die Zutaten stimmen (aus welchen Gründen auch immer – Sie müssen sich da gar nicht rechtfertigen).

Download Fragebogen: Häppchen 3 (10 Fragen)

In Teil 4 geht es dann um ein erstes Ausprobieren und die Umsetzung. Bleiben Sie dran!

Berufliche Neuorientierung à la Carte – Teil 2: Das Menü zusammenstellen


So stellen Sie sich Ihr individuelles Job-Menü zusammen

(Erarbeitungsphase, Online-Kurs Modul 3, 4 und 5)

Im zweiten Teil Ihrer Reise zum maßgeschneiderten Job oder zu dem Menü Ihres Lebens geht es weiter auf dem Weg nach innen, zu dem, was Sie wirklich wirklich wollen.

Die Bestandsaufnahme wird nun erweitert, um den Blick nach vorn. Sie sieben Zutaten, Elemente und Lieblingessen aus, die Sie beibehalten wollen und Sie spüren nach vorne, was Ihnen noch fehlt, damit das Menü so richtig stimmig und rund für Sie wird.

In einer lauten Welt überhören wir gerne unsere leise innere Stimme, unsere eigene Chefköchin, die ganz genau weiß, was gut für uns ist.

Was können Sie besonders gut?

Was sind die Tätigkeiten im großen beruflichen Umfeld, die Sie sofort anpacken würden, wenn Sie die Wahl hätten? Was tun Sie schon immer gerne und gut? Was tun Sie aber auch gut und nicht gerne? Diese Fragen sind gar nicht leicht zu beantworten. Ich sehe oft fragende Gesichter, wenn Menschen auch nur fünf Dinge aufzählen sollen, die Sie gut können und gerne tun.

Wenn Sie die besten Spagetti-Bolognese in Ihrer Stadt kochen, wissen Sie das oft gar nicht selbst zu schätzen, Sie müssen es sich sagen lassen, damit es Ihnen bewusst wird.

So werden Sie in dieser Phase auch andere Menschen um eine Rückmeldung bitten: Wenn du frei wählen würdest, was würdest du bei mir bestellen? Was bekommst du nur bei mir und bei anderen nicht in dem Maße oder in der Kombination?

Lassen Sie sich beschenken und lassen Sie sich sagen, was anderen bei Ihnen gut schmeckt. Mag sein, Sie denken, das ist doch einfach, das geht so leicht, das kann nichts Wertvolles sein? Und dennoch sind genau die Ihnen zurückgemeldeten Fähigkeiten wichtige Hinweise, was Sie später auf den Markt bringen können, auch wenn es für Sie selbstverständlich ist.

Mögen Sie auch so richtig gutes Sauerteigbrot, das nicht im Backshop aufgebacken ist, sondern direkt aus dem Holzofen kommt? Man kann es viele Jahre essen, ohne dass es einem über wird. Es ist einfach und doch kann es nicht jeder in dieser Qualität liefern.

  • Was ist Ihr Brot? Was ist das, was Sie gut können und andere von Ihnen haben wollen?
  • Für welche Aktivitäten und Tätigkeiten stehen Sie, wenn Sie sich einmal von außen betrachten? Was bleibt immer wieder an Ihnen hängen? Nehmen Sie diese Dinge genauestens unter die Lupe. Was davon ist wirklich „Ihr Ding“, was haben Sie nur geerbt? Was davon tun Sie aus Gewohnheit, Gutmütigkeit oder weil es eben niemand anders so gut kann wie Sie? Fokussieren Sie sich auf die Fähigkeiten, die dann noch übrig bleiben.

Welche Küche möchten Sie näher kennenlernen?

Es gibt immer wieder Menschen, die wir beneiden und mit denen wir gerne die Küche oder das Menü tauschen würden. Vielleicht hat das auch etwas damit zu tun, dass das Essen auf dem Teller des Nachbarn immer einen Hauch verlockender aussieht – kennen Sie das auch? Hier liegt oft ein erster Geruschneiden_blogch nach dem neuen Leben in der Luft. Machen Sie sich bewusst, welcher Aspekt der Tätigkeit des anderen oder welcher Geschmack der Arbeitsgestaltung Sie reizen würden.

Wir alle haben ein bestimmtes Arbeitsumfeld, eine Branche oder eine bestimmte Berufskultur näher kennengelernt oder gar mehrere. Aber das Arbeitsleben ist bunt. Auch mit Mitte 40 stehen Ihnen andere Küchen offen, vielleicht nicht als Chefkoch, vielleicht aber an im Einkauf oder in der Kundenbetreuung. Nur weil Sie in den letzten zehn Jahren in der Büroküche gearbeitet haben, heißt das nicht, dass die Gartenküche, die Architekturküche oder das Literaturcafé für Sie geschlossen ist.

  • Welche Küchen dieser Welt wollten Sie schon immer einmal probieren und verkosten?
  • Was wollten Sie schon immer einmal selbst tun und haben es sich nie getraut ­ ­– weil es vielleicht bisher nicht zu Ihrem Umfeld passt und Sie damit „aus der Reihe tanzen“?

Wovon möchten Sie mehr essen, was möchten Sie noch entdecken?

Wir alle haben klare geschmackliche Vorlieben und bestellen auch im Restaurant meist eine kleine Palette des immer Gleichen. Da sind wir uns oft über lange Jahre treu. Aber auch hier können Sie sich fragen: Bestelle ich das, weil es mir wirklich besser schmeckt, als das andere auf der Karte? Habe ich diese Vorannahme schon mal überprüft? Bestelle ich nur aus Gewohnheit oder weil ich mir gerade „keinen Kopf“ machen will?

Sortieren Sie doch mal Ihr Alltagskochbuch aus: Welche Rezepte und Interessen sind eigentlich schon lange nicht mehr Ihr Ding? Vielleicht meinen Sie, sie behalten zu müssen, weil der Rest der Familie sie noch braucht.

Welche sind Ihre Dauerbrenner, auf die Sie sich voraussichtlich auch in einigen Jahren noch freuen? Welche Interessen liegen schon lange bereit und warten darauf, einmal ausprobiert zu werden? Was hindert Sie daran, das erste davon einmal zu testen?

  • Was schmeckt Ihnen richtig lecker – vielleicht auch nach Jahren noch? Was ist Ihre Welt, in der Sie sich immer wieder finden (in Buchhandlungen, im Internet, beim TV-Programm, in Kursen)?
  • In welchen Feldern und Interessen vergessen Sie die Zeit und sind möglicherweise über die Jahre bereits Experte/Expertin geworden, ohne dass Sie das bewusst angestrebt haben?

Download Fragebogen: Häppchen 2 (10 Fragen)

Was ist Ihnen wichtig, beim Kochen und beim Essen?

Die Zutaten und das Gericht sind das eine. Doch was uns beim Kochen wichtig ist, wenn wir beispielsweise mit uns alleine und für uns alleine kochen oder auch im gemeinsamen Kochen mit anderen, ist oft subtil. Da kann ein falscher Handgriff, ein blöder Satz oder der falsche Umgang mit den Zutaten uns schon die Vorfreude auf das gute Menü verderben.

Wir sprechen hier von Ihren Werten. Werte sind in der Berufsorientierungsliteratur oft sehr hoch aufgehängt. Ich empfehle Ihnen, schauen Sie lieber genau hin im Alltag. Hier zeigt sich, was Ihnen tatsächlich wichtig ist. Denn wir stehen meistens nicht für irgendwelche abstrakten Werte wie den Weltfrieden oder globale Gerechtigkeit ein, aber wir achten sehr wohl in unserem Alltag darauf beispielsweise ein harmonisches Umfeld zu schaffen, authentisch zu kommunizieren oder genügend Zeit für unsere Selbstverwirklichung zu finden. Und schon haben Sie drei Werte herausgefischt, mit denen Sie arbeiten können.

Also, Wertefragen sind oft gar nicht direkt zu beantworten. Wir können sie aber indirekt ableiten: aus dem, wie wir handeln, welche Ansprüche wir an unsere engen Vertrauten und Partner legen und wofür wir uns einsetzen, was wir gleichsam zutiefst „brauchen“.

Lucy weiß, dass ihr gute Beziehungen extrem wichtig sind, sie ist ein extravertierter Mensch, der im Kontakt aufblüht. Sie macht gerne andere glücklich. Das klappt in ihrer jetzigen Stelle hinter Aktenbergen nicht. Sie braucht auch Anerkennung, damit sie motiviert ist, Höchstleistungen zu bringen. Ihre Wohnung ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet und sehr gemütlich. Ja, sie braucht ein Wohlfühlumfeld auch in Arbeit, sagt sie. Umweltschutz ist ihr auch wichtig, sie engagiert sich im NABU. – Und schon hat sie eine Handvoll Kriterien, mit denen sie eine zukünftige Stelle schnell einschätzen kann, ob sie zu ihr und ihren Werten passt oder nicht.

  • Was ist Ihnen für Sie ganz persönlich wichtig? Was ist ein hohes Gut für Sie? Was sollte jemand, der es näher mit Ihnen zu tun haben will, beachten? Wenn Sie jemanden, der Sie nicht kennt, in Ihre Wohnung lassen, wie würde er Sie beschreiben? Was ist Ihnen wichtig?
  • Wonach sehnen Sie sich schon seit längerem, können es aber in Ihrem aktuellen Umfeld nicht so richtig leben und zur Geltung bringen? (Beispielsweise nach mehr Unabhängigkeit oder Großzügigkeit oder Disziplin im Umsetzen von Zielen?)
  • Was ist Ihnen wichtig im Zusammensein mit anderen, in Ihrer Familie und Ihrem Freundeskreis beispielsweise beim gemeinsamen Essen?
  • Und worauf legen Sie Wert in der Welt draußen, in der Sie zukünftig mitkochen wollen? Wofür treten Sie ein, z.B. in der Kommunikation anderen, im Umgang mit Materialien oder in der Unternehmenskultur Ihres zukünftigen Arbeitsfelds?

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Berufliche Neuorientierung à la Carte – Endlich lecker arbeiten! Teil 1: Zutaten sichten und sammeln

Vielleicht sind Sie beruflich unzufrieden, aber sie finden das Thema berufliche Neuorientierung einfach unüberschaubar. Möglicherweise auch ein bisschen unsexy, so dass Sie gar keine Lust haben, sich damit zu befassen?

Also, wie geht berufliche Neuorientierung, die Spaß macht? In dieser 4-teiligen Artikelserie möchte ich Ihnen den Prozess von den ersten suchenden Anfängen bis zur neuen Jobidee einmal in anderer Form vorstellen. Ich vergleiche Ihren zukünftigen Job, der zu Ihnen passt, mit der Gestaltung Ihres Lieblingsmenüs.

Kurz zu mir: Ich arbeite seit vielen Jahren als Laufbahnberaterin und Veränderungscoach überwiegend mit Menschen in der zweiten Lebenshälfte, die es nochmal wissen wollen; die noch einmal neu für sich schauen möchten, was das Leben ihnen noch zu bieten hat; die sich fragen, ob das schon alles gewesen ist, oder wo sie die Würze und das Festessen des gelungenen Lebens (endlich) finden können.

Sie ahnen schon, das geht weit über normale Jobfindungsprozesse hinaus. Hier geht es um nichts weniger als um Ihr Leben. Der Fokus liegt immer auf einer für Sie sinnstiftenden Tätigkeit, die Wirkung zeigt sich aber in Ihrem ganzen Leben.

Wenn Sie „à la carte“ bestellen, dann kombinieren Sie Ihr ureigenes Menü. Das können Sie allerdings erst bestellen, wenn Sie wissen, was Ihnen schmeckt und was Ihnen auch bekommt. Den Bestandteilen dieses individuellen Lebens- und Arbeitsmenüs auf die Spur zu kommen, und diese passend für Ihre jetzige Lebenssituation zu kombinieren, ist die Kunst. Und das müssen Sie nicht alleine schaffen. Sie dürfen sich unterstützen lassen. Kochen und Essen macht mehr Spaß in Gesellschaft und mit der notwendigen Unterstützung, wenn es brenzlig wird.

Ich freue mich, wenn Sie mich auf dieser kulinarischen Joberfindungsreise begleiten. Und vielleicht wecken die ersten Appetithäppchen auch Ihren Hunger auf einen erfüllten Job?

Sie bekommen jeweils 10 Fragen pro Artikel mit auf den Weg. Damit können Sie direkt mit dem Kochen anfangen. Und wer weiß, vielleicht wird sogar im Löffelumdrehen Ihr persönliches Job-Menü daraus?

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Teil 1: Das Menü vorbereiten. Zutaten sichten und sammeln

(Einstiegsphase des Prozesses, Online-Kurs Modul 1 und 2)

Im ersten Teil Ihres beruflichen Neuorientierungsprozesses gehen Sie ganz neugierig auf Entdeckungsreise zu sich selbst. Sie erkunden Vergessenes und Vergrabenes, möglicherweise alte Rezepte Ihrer Großmutter oder den abgestellten und nie wieder geöffneten Koffer Ihres vorletzten Jobs, mit dem Sie vielleicht nie richtig abgeschlossen haben. Es ist erlaubt, dass Sie sich treiben lassen und spüren, wo es Sie mehr und wo es Sie weniger hin zieht. Sie brauchen noch gar kein Ziel. Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Eichhörnchen, das eifrig seine Vorräte und Schätze für den Winter zusammenträgt.

Warum will ich „mein neues Job-Menü“ finden?

Vielleicht denken Sie schon eine Weile darüber nach, sich auf den Weg der beruflichen Neuorientierung zu machen. Möglicherweise ist Ihr aktuelles Berufsleben fad geworden, oder zu heiß oder es schmeckt Ihnen aus anderen Gründen nicht mehr.

Das heißt nicht, dass Sie gleich Ihren Job wechseln müssen. Vielleicht wissen Sie am Ende des Wegs auch nur besser, was Sie an Ihrem jetzigen Arbeitsplatz anders handhaben können, um mehr Zeiten im Flow zu arbeiten. Und Sie haben möglicherweise einen Plan B in der Tasche, der Sie innerlich freier sein lässt. Denn Sie wissen, was Sie tun können, wenn Sie doch einmal wechseln möchten. Oder Sie haben einige Dinge für sich entdeckt, die Ihr Leben so bereichern werden, dass die bezahlte berufliche Arbeit einen anderen Stellenwert erhält.

Einer der ersten Schritte auf dem Weg ist, dass Sie sich bewusst werden, warum Sie Zeit, Energie und vielleicht sogar Geld in den Prozess investieren wollen.

  • Warum ist Ihnen erfülltes Arbeiten so wichtig?
  • Was müsste passieren, damit Sie nach dem Prozess zufrieden und kraftvoll Ihren weiteren beruflichen Weg in die Hand nehmen? Welches Ergebnis bräuchten Sie für sich, damit sich Ihre Investition in Ihr ureigenes Arbeitsmenü absolut gelohnt hat?

Was schmeckt mir eigentlich?

Viele von uns sind durch jahrelange Arbeitsinhalte und Arbeitsbedingungen, mit denen wir nie so ganz zufrieden waren, „abgebrüht“. Es ist wie mit dem Frosch im Wasser, das langsam erhitzt wird. Der Frosch scheint den Temperaturanstieg zu verkraften – aber plötzlich war es doch zu viel…

Nun gilt es wieder neu zu entdecken und zu kosten, was Sie mögen und was Ihnen gut tut. Das braucht Zeit. Unsere Sinne müssen dafür erst wieder sensibilisiert werden, um zu fühlen, was uns entspricht und wo wir uns aus Sachzwängen schlichtweg verbogen und angepasst haben.

Dieses Verbiegen und das Eigene nicht schmecken dürfen, hat seine Wurzeln oft schon in der Herkunftsfamilie. Hier wurde bestimmt, was uns schmecken darf, welchen Werdegang wir einschlagen sollten und was wir überhaupt kennengelernt haben, um uns möglicherweise dafür entscheiden zu können.

  • Wie war der Stellenwert von Arbeit in Ihrer Herkunftsfamilie? Wie hat die Arbeit Ihren Eltern und engen Bezugspersonen geschmeckt?
  • Welche Botschaften zur Wahl Ihres Berufs haben Sie empfangen und wie haben Sie sich dazu verhalten?

Welche Zutaten sind meine?

Ihre jetziger Job und Ihre vergangenen Jobs bestehen aus verschiedensten Zutaten: Aus Tätigkeiten, Menschen, Orten, Materialien, Prozessen usw. mit denen Sie in immer wieder neuen Kombinationen arbeiten. Sichten Sie doch einmal, welche Zutaten Sie mögen und welche Zutaten bei Ihnen möglicherweise besser schmecken als bei anderen.

Dieser Blogartikel hilft Ihnen dabei: „Sind Sie zufrieden im Job? Machen Sie den Eigentlichkeitstest!

Wenn Sie in Ihrer beruflichen Biografie zurückgehen, werden Sie immer wieder einzelne Gerichte und Highlights entdecken, bei denen Sie im Rückblick sagen können: Ja, das war prima, da hat alles gestimmt und ich war ganz in meinem Element. Diese roten Fäden zu entdecken ist Gold wert. Denn diese bilden Teil der Grundwürze Ihres Lebens. Mag sein, dass das ein oder andere Ihnen bisher unbekannte Gewürz hier noch dazukommt. Aber wenn Sie aus der Grundmischung Ihres bisherigen Lebens schon einmal das herausfiltern, was gut und nährend war, dann sind Sie einen großen Schritt weiter.

  • Welche Zutaten und Erinnerungen Ihres bisherigen Berufslebens waren eigentlich optimal und sind Ihnen gut bekommen?
  • Wie sähe aus Ihrer jetzigen Perspektive ein gelungenes Menü für Sie aus?
  • Gibt es besondere Gewürze und Extras, auf die Sie auf keinen Fall verzichten wollen (Arbeit an der frischen Luft, ein eigenes Büro, Ihr Hund, der dabei sein muss etc.)?

Welcher Essens- und Kochtyp sind Sie?

zutaten_blogWenn Sie langfristig erfüllt arbeiten möchten, dann wäre es gut, dass Sie wissen, wie Sie gerne kochen und essen. Sind Sie die Strukturierte, die alles erst einmal bereit legen muss, um dann in einem Affentempo den Kochvorgang durchzuführen? Sind Sie ein Starkoch, der die Küche managet und das Aushängeschild des Hauses ist? Sind Sie die gute Seele der Küche, die alle bei Laune hält, auch wenn es mal wieder hektisch wird, und etwas überkocht?

Brauchen Sie ein Umfeld mit lauter, fröhlicher Musik, damit Sie sich wohl fühlen und zu vollem Arbeitstempo auflaufen oder brauchen Sie kreative Ruhe und Ordnung, damit Sie Ihre volle Performance entfalten? Wie sollte das Arbeitsumfeld Ihres Jobs für Sie eingerichtet sein, damit Sie sich dort wie zuhause fühlen können?

Und damit nicht genug. Wir sind immer auch viele. An einem Tag mögen wir es gerne weich und zuckrig, dann wieder scharf und herzhaft. Welche aparten oder harmonischen Kombinationen stehen bei Ihnen gerade auf Ihrer inneren Speisekarte?

  • Wo sehen Sie sich im großen Spielfeld der Arbeitsrollen?
  • Wie darf Ihre Küche als Ihr Arbeitsumfeld gestaltet und ausgestattet sein, damit Sie darin zur Hochform auflaufen?
  • Und welche Seelen schlagen in Ihrer Brust? Welche verschiedenen Persönlichkeitsfacetten möchten Sie gerne zur vollen Blüte bringen?

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Sind Sie zufrieden im Job? Machen Sie den Eigentlichkeitstest!


Sind Sie zufrieden im Job? Machen Sie den Eigentlichkeitstest!

 Vor einigen Tagen las ich in der „My way“, dass Ganzheitsmediziner als eine der Hauptursachen für Unzufriedenheit im Job bei Frauen den überhöhten Anspruch sehen, erfüllt arbeiten zu wollen und zu müssen. Da der aktuelle Job dann nicht so erfüllend sei, wie die Vorstellung vom eigentlichen Traumjob, steige die Unzufriedenheit und der berufliche Stress. Das hat mich nachdenklich gemacht.

Wer mich kennt, weiß, dass ich eine vehemente Vertreterin des erfüllten Arbeitens bin. Ich denke übrigens, dass jeder Mensch das Recht dazu hat. Das habe ich unter anderem in meinem Manifest (Link) zum Nachlesen zusammengefasst. Aber muss das sein, dass sich gerade Frauen durch die Diskrepanz zwischen ihrem realen Job und ihrer Vorstellung vom perfekten Job unter Druck setzen lassen?

Denn das würde sich dann einreihen in die Mär vom perfekten Körper, der perfekten Beziehung, der perfekten Familie, des perfekten Eigenheims und was da sonst noch so in unseren Medien und unseren Köpfen herumschwirrt. Wir brauchen keine neue „Druckstelle“. Und gleichzeitig brauchen wir eine gesunde Vorstellung vom erfüllten Arbeiten. Meine Definition will ich kurz mit dem Eigentlichkeitsfaktor erklären.

Der Eigentlichkeitstest: Arbeiten Sie bereits erfüllt?

Wieviel Spaß macht Ihnen Ihr Job eigentlich, gefühlt auf einer Skala von 0 bis 100 Prozent? Die meisten von uns können da eine Zahl nennen und die ist meistens deutlich über 50 Prozent. Genügt das?

Lassen Sie uns ein wenig tiefer hinschauen: Schreiben Sie doch einmal die Haupttätigkeiten Ihres Jobs auf. Das können Sie pi mal Daumen mit den Tätigkeiten machen, die in einem Monat immer wieder anfallen. Sie können aber auch einfach einen normalen Arbeitstag innerlich durchgehen. Laden Sie sich dazu den Eigentlichkeitstest mit der kleinen Tabelle herunter.

Tätigkeit Anteil in Prozent Eigentlichkeitsfaktor Bewertung

Schreiben Sie in die erste Spalte Ihre Tätigkeiten, z.B. Präsentation vorbereiten, Bericht schreiben, Laborwerte vergleichen, Kundenservice am Telefon etc.

Überlegen Sie, wie hoch der zeitliche Anteil in Prozent an Ihrer Gesamttätigkeit ist. Und dann bewerten Sie ebenfalls in Prozent, wie viel Freude Ihnen diese Tätigkeit eigentlich macht. Das „eigentlich“ ist wichtig, denn es gibt viele Dinge, die wir tun, weil sie zu dem größeren Ganzen beitragen, das wir tun möchten. Wenn ich z.B. ein Buch schreibe, dann gehören Detailrecherchen oder viele Korrekturdurchgänge dazu. Ich nehme sie in Kauf, weil mir das große Ganze Freude macht. Wenn Sie eher ungeliebte Tätigkeiten, die einem größeren Zweck dienen, mit der „Eigentlichkeits-Brille“ anschauen, dann bewerten Sie sie möglicherweise freundlicher, weil Sie den Sinn dahinter sehen können.

Darüber hinaus steht das „eigentlich“ für die Unwägbarkeiten des Alltags, weil natürlich immer wieder Dinge dazwischenkommen, einzelne Gespräche nicht so toll laufen, unser Chef an Ihrem Mailing herumkrittelt, obwohl Sie es gerne geschrieben haben oder wir auch mal aus anderen Gründen schlecht gelaunt sind und keine Lust auf diese Tätigkeit haben. Das sind Faktoren, die Sie durch das „eigentlich“ herausfiltern. Wodurch die Gesamtbewertung für die Tätigkeit dann realistischer ausfällt.

Die Auswertung: Wie zufrieden sind Sie wirklich?

Bewerten Sie dann in der letzten Spalte mit einem positiven oder negativen Smilie, ob das für Sie so in Ordnung ist. Die Bewertung entsteht durch das Zusammenspiel von Eigentlichkeitsfaktor mit dem Tätigkeitsanteil in Prozent. Wenn wir etwas gar nicht gerne machen, es aber selten tun müssen, können wir das in Kauf nehmen, weil dieser Tätigkeitsaspekt eben dazu gehört und die Gesamtbewertung dieser Tätigkeit kann dennoch positiv ausfallen. Wenn Sie beispielsweise nicht gerne im Rampenlicht stehen, aber die Begrüßung einer ausländischen Delegation übernehmen müssen, diese aber sonst gerne betreuen, fallen die fünf Minuten ungeliebte Tätigkeit möglicherweise nicht so ins Gewicht.

Schauen Sie sich nun die letzte Spalte genauer an. Wie fällt Ihr Gesamturteil Ihres Jobs aus? Passt Ihre Bewertung zu der allgemeinen Zahl, die Sie ganz am Anfang geschätzt haben?

Es ist übrigens völlig in Ordnung, hier alle Prozentzahlen und Bewertungen aus dem Bauch heraus abzugeben. Unsere Intuition bezieht sehr viel mehr Erfahrungsaspekte mit ein als unsere Kognition. Und mit einer offenen Skalierung, wie Sie sie gerade mit den Prozentzahlen durchgeführt haben, rufen Sie Ihre Intuition auf den Plan.

Ab wieviel Prozent ist ein Job denn „erfüllt?“

Meines Erachtens, wenn Ihre Gesamtwertung bei 70 Prozent oder besser liegt. Das ist schon richtig gut. Mehr geht fast nicht. Denn auch wenn wir erfüllt arbeiten, besteht unsere Arbeit eben immer wieder aus Aspekten, die uns weniger Spaß machen oder die wir einfach tun müssen, damit das große Ganze stimmt und wir die Ziele unserer Arbeit erreichen. Das Arbeiten ist eben kein Ponyhof und selbst auf dem Ponyhof gehört das Ausmisten dazu, oder?

Machen Sie die Traumjob-Probe

Es könnte sein, dass Sie in einem Moment, in dem Sie gerade mal wieder nicht zufrieden sind mit Ihrer Arbeit, davon träumen, jetzt endlich Ihr kleines Café zu eröffnen, doch noch das Innenarchitektur-Studium durchzuziehen oder als Selbstversorgerin in einer Blockhütte in Schweden zu leben und Ihren Lebensunterhalt über einen DIY-Internetshop zu bestreiten.

Machen Sie doch mal die Probe mit der Tabelle, in der Sie alle Tätigkeiten, die zu Ihrem vermeintlichen Traumjob gehören, ebenfalls so bewerten, wie Sie das mit Ihrem jetzigen Job gemacht haben. Ich verspreche Ihnen, Sie werden überrascht sein, dass Ihr Traumjob selten sehr weit von Ihrem jetzigen Job entfernt ist. Und das ist doch Stress-Reduktion pur! Denn nun wissen Sie, wie Sie Ihre Arbeitssituation realistisch einschätzen können, ohne einem vermeintlichen Idealbild hinterher zu trauern.

Also doch keine berufliche Orientierungsberatung?

Ich bin von ganzem Herzen Laufbahnberaterin und unterstütze Sie gerne auf dem Weg in Ihr erfülltes Berufsleben. Ja spinne ich denn, dann so zu argumentieren wie eben?

Ich denke nicht. Ein wichtiges Ergebnis beruflicher Neuorientierung ist immer wieder, dass der jetzige Job eigentlich ganz prima passt. Oft sind es andere Faktoren, die nicht stimmen, aber an denen kann man etwas tun, ohne das ganze Berufsleben umzukrempeln zu müssen. Wenn Sie noch Ideen benötigen, wie Sie Ihrem Job noch ein paar Prozentpunkte mehr Freude geben können, lesen Sie doch mal meinen Artikel „8 Ideen für mehr Flow im Job„.

Und übrigens gibt es ja noch die Menschen, die mit deutlich unter 70 Prozent aus dem kleinen Eigentlichkeitstest gehen. Herzlich Willkommen, ich freue mich, wenn Sie sich auf den Weg in ein erfüllteres Berufsleben machen. Schauen Sie mal bei meinen Angeboten vorbei. Mehr berufliche Erfüllung garantiert.

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Die Kinder sind selbstständig – und jetzt?


Die Kinder sind selbstständig – und jetzt? Ihre ersten Schritte für den Wiedereinstieg in den Beruf

Sie haben sich in den letzten Jahren überwiegend um Ihre Familie gekümmert. Sie haben Ihre Kinder auf einen guten Weg gebracht. Sie haben das komplexe System Familie am Laufen gehalten. Sie haben vielleicht noch einige Stunden nebenbei gearbeitet und die Doppelbelastung gemanagt und Sie waren das absolute Herzstück der Familie, ohne das nichts ging?

Dann können Sie sich nun einen Moment entspannt zurücklehnen und sich innerlich einmal kräftig auf die Schulter klopfen. Sie haben sehr viel gestemmt, emotional und organisatorisch, ganz abgesehen von Ihrem sozialen Beitrag, dass Sie vielleicht mit einem Kind Ihr zweites Abitur gemacht haben, das System Ehrenamt in Deutschland am Laufen hielten und nicht selten Ihrem Partner eine gute Karriere ermöglichten.

Aber können Sie das auch so sehen? Oder bekommen Sie Panik, weil nun Ihr Leben wie ein unbeschriebenes Blatt vor Ihnen liegt, wenn die Kinder flügge werden? – Keine Sorge. Sie haben jede Menge Kompetenzen und Ressourcen im Gepäck, die Sie nun für sich einsetzen können.

Ja, denn nun sind Sie dran. In der kommenden Phase wird es darum gehen, dass Sie suchen und finden, was Sie erfüllt und was Sie mit dem „Rest“ Ihres Lebens, der durchaus noch 40 bis 50 Jahre dauern kann, anfangen möchten. Hier habe ich einige Ideen für Sie zusammengetragen, wie es für Sie weitergehen kann.

Sich gut verabschieden von der Familienphase

Eine lange, anstrengende, aber sicher auch glückliche Zeit geht zu Ende. Ihre Kinder sind nun soweit selbständig, dass Sie und die Familie nicht mehr ihr Lebensmittelpunkt sind. Das schmerzt vielleicht im ersten Moment. Sie fühlen sich weniger gebraucht – und wir alle brauchen es, uns wertvoll zu fühlen und etwas Sinnvolles beizutragen.

Nehmen Sie sich Zeit für einen Rückblick und zelebrieren Sie diesen auch als Abschied von einer Phase, die Ihnen viel bedeutet hat, denn sonst hätten Sie sich ja damals nicht für diesen Weg entschieden.

  • Schauen Sie sich die alten Kinderalben, vielleicht auch zusammen mit Ihrem Partner an. Erinnern Sie sich an Krisen und schwierige Zeiten, die Sie gemeistert haben.
  • Machen Sie eine Liste. Schreiben Sie mehrfach den Satz auf: „Ich muss nicht länger…“ und vervollständigen Sie ihn, dann schreiben Sie direkt mehrfach dahinter „Ich darf jetzt….“ Lehnen Sie sich entspannt zurück und genießen Sie die neuen Freiheiten.
  • Überprüfen Sie, ob Sie noch alte Dinge abschließen möchten, damit Sie unbelastet nach vorne schauen können. Sind Sie immer noch im Elternbeirat, obwohl Ihr Kind schon längst die Schule verlassen hat, nur weil Sie niemanden enttäuschen möchten? Gibt es sonstige Jobs und Ehrenämter, die sich für Sie innerlich eigentlich überholt haben? Gibt es alte Konflikte aus dieser Zeit, die Sie noch bereinigen möchten, beispielweise mit Institutionen oder anderen Familien oder Müttern? Wenn Sie diese für sich in einem guten Sinne beenden, haben Sie mehr Energie für das, was vor Ihnen liegt.

Einen eigenen Raum schaffen und gestalten

Anschließend empfehle ich Ihnen, einiges aus der intensiven Familienphase zu entrümpeln. Vielleicht können alte Kinderkunstwerke weg, so dass Sie sich Ihr Wohnzimmer auch von der Inneneinrichtung wieder zurückerobern. Schauen Sie, was Sie an alten Kindersachen verschenken, verkaufen oder in ein Sozialkaufhaus bringen können. Schaffen Sie Platz für Ihre neue Lebensphase, indem Sie die alte aufräumen und damit ein Stück weit loslassen.

Gibt es sonst einen Raum in der Wohnung oder in Ihrem Haus, den Sie nur für sich gestalten können? Dieser kann Ihnen in Zukunft als Rückzugsraum, als Ihre neue Privatsphäre dienen. Aber er hat noch eine weitaus größere Bedeutung, denn er kann Ihr neuer Arbeits-Platz sein, bis Sie einen externen gefunden haben – und wer weiß, vielleicht entwickeln sich hier auch Ideen, wie Sie genau dort von zuhause arbeiten können? Auf diesem Arbeitsplatz können Sie lesen, Übungen durchführen oder Wände mit Planungen bekleben, ohne dass Sie jemand beobachtet oder Ihnen hinein redet. Konkrete Gestaltungsanregungen dazu finden Sie in meinem Blogartikel: „5 Dinge, die Sie zur Vorbereitung Ihrer beruflichen Neuorientierung tun können“.

Die große Sammlung eröffnen

Vielleicht haben Sie Ihre Bedürfnisse in den letzten Jahren immer wieder zurückgestellt oder diese nur in Teilbereichen gelebt. Das heißt, jetzt ist es an der Zeit, dass Sie sich wieder neu kennenlernen.

  • Welche Interessen und Themen haben Sie in den letzten Jahren neu für sich entdeckt?
  • Was fasziniert Sie, was lieben Sie schon immer?
  • Was hat Sie schon lange gereizt, Sie hatten aber noch keine Zeit und evtl. keine finanziellen Mittel, um das umzusetzen?

Ich schlage Ihnen vor, dass Sie auf die Jagd gehen nach dem, was Sie wirklich wirklich wollen. Jagen Sie Dinge, Themen, Tätigkeiten, die Sie begeistern und legen Sie damit eine große Sammlung an.

Das kann ein Ordner sein, in den Sie Ihre Fundstücke einkleben, das kann auch einfach ein Schuhkarton oder eine nett gestaltete Aufbewahrungsbox sein.

Packen Sie dort alles hinein, was Sie in irgendeiner Form anspricht: Ausdrucke aus dem Internet, Flyer, Postkarten, Reiseprospekte, Abbildungen von Kleidungsstücken oder Möbeln, Zeitungsartikel, die Sie faszinieren etc.

Diese Sammlung wird Ihnen später beste Dienste leisten, denn Sie können mit diesen Fundstücken dann Ihr individuelles Lebens- und Arbeitskonzept erstellen.

Kompetenzen auflisten

Viele von Ihnen fühlen sich vermutlich nicht fit für den Arbeitsmarkt. Zu lange haben Sie gar nicht gearbeitet oder in einem Job, der Sie nicht voll gefordert hat, damit Sie genug Zeit und Energie für Ihre Familienarbeit hatten. Manchen von Ihnen fällt es vielleicht aus diesem Grund schwer zu sagen, was Sie können. Stellen Sie sich vor, Sie werden im Vorstellungsgespräch gefragt: „Warum sollten wir denn genau Sie einstellen?“

Sie werden erstaunt sein, wie viele Antworten sich da über die Jahre angesammelt haben. Legen Sie sich für den ersten Überblick eine kleine Tabelle mit drei Spalten an.

  1. Sammeln Sie links kleinere und größere Projekte, die Sie in den letzten Jahren gemeinsam mit anderen oder alleine durchgeführt haben. Beispielsweise: Haus gebaut, Elternarbeit gemacht, Verein geleitet oder bei XY mitgearbeitet, Hochzeit der Nichte organisiert, Ernährungskurs gehalten, Garten angelegt, Mieter betreut, die Steuer gemacht, Nachhilfe gegeben etc.
  2. In der zweiten Spalte zerlegen Sie diese großen Bausteine in Tätigkeiten. Zum Beispiel: Auf Zeitmanagement geachtet, den großen Überblick behalten, mit Handwerkern verhandelt, die Menschen zusammengehalten, Catering für 30 Personen durchgeführt etc. Markern Sie hier die Tätigkeiten an, die Ihnen am meisten Freude gemacht haben.
  3. In der dritten Spalte können Sie für die angemarkerten Tätigkeiten überlegen, was genau Ihnen da Spaß gemacht hat und Sie erfüllt hat. Beispielsweise: Kursplanung und Kursdurchführung kam gut an, alle waren begeistert und ich auch. Betreuung der Handballkids: anstrengend, aber fand ich toll, weil ich einer Kindergruppe helfe, ein Team zu werden.

In dieser Liste steckt zwar einiges an Arbeit. Sollten Sie sich allerdings bewerben oder in ein berufliches Orientierungscoaching gehen wollen, haben Sie mit der Liste bereits tolle Vorarbeit geleistet.

Sprechen Sie mit Vorbildern

Und zu guter Letzt kann ich Ihnen nur ans Herz legen, dass Sie sich Vorbilder suchen. Kennen Sie Menschen, die auch im fortgeschrittenen Alter noch einmal durchgestartet sind und das getan haben, was Sie wirklich wollten? Versuchen Sie, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Fragen Sie sie, was ihnen auf ihrem Weg am meisten geholfen hat. Fragen Sie, was sie Ihnen in Ihrer Situation raten würden, womit Sie beispielsweise anfangen sollten. Bitten Sie sie allerdings niemals um die Vermittlung beruflicher Kontakte, denn der Informationsprozess sollte getrennt von der Jobsuche laufen.

Sprechen Sie weiterhin mit Menschen, die genau das oder etwas Ähnliches tun, was Sie am liebsten auch tun würden, sich möglicherweise aber nicht zutrauen oder darin keine finanzielle Perspektive sehen. So bekommen Sie ein besseres Gefühl dafür, ob Ihre Träume Luftblasen sind oder das Potenzial für einen einzigartigen beruflichen Weg haben.

Und bitte – lassen Sie sich Zeit. Sie suchen nach einer beruflichen Tätigkeit, die Sie möglicherweise in den kommenden Jahren und Jahrzehnten ausüben möchten. Die finden Sie nicht in vier Wochen. Das ist ein Reifungsprozess, bei dem Sie sich selbst immer besser kennenlernen und dadurch zu dem finden, was wirklich zu Ihnen passt.

Ich wünsche Ihnen viel Freude auf dem Weg, jede Menge spannende Entdeckungen und ganz viel Mut, Ihre Ideen beherzt umzusetzen.

 

 

 

5 Dinge, die Sie zur Vorbereitung Ihrer beruflichen Neuorientierung tun können


Geht das bei Ihnen ohne große Vorbereitung, wenn Sie eine Geburtstagsparty planen, ein Haus bauen, einen Garten anlegen oder demnächst ein Kind bekommen?

Vermutlich nicht. Die großen Ereignisse und Entscheidungen des Lebens brauchen Vorlaufzeit, viel Nachdenken und Nachspüren, wie ich es wirklich haben will und, wenn ich das dann weiß, aktive Planungsarbeit. Warum bereiten Sie nicht auch Ihren nächsten beruflichen Schritt auf ähnlich intensive Art vor? Möglicherweise wird dieser doch die für Sie bedeutsamste Entscheidung des nächsten Jahres sein, sonst würden Sie kaum den Artikel lesen, oder?

Der Unterschied ist vielleicht, dass die Feier, der Garten, das Haus oder das Kind für uns freudige Ereignisse sind, die wir gerne vorbereiten. So ein Jobwechsel hingegen liegt uns eher schwer im Magen oder wie ein Stein auf der Seele, auch dann wenn er nicht aus der Not heraus geschieht. Zu viel Unbekanntes, schlechte Erfahrungen oder mögliche Fehlschläge sind damit gedanklich verbunden. Außerdem wissen wir alle nicht so recht, wie das geht mit der beruflichen Neuorientierung. Das haben wir schließlich nicht in der Schule gelernt, und im Leben bisher meistens auch noch nicht.

Wie können Sie also dazu beitragen, dass der berufliche Neustart für Sie ähnlich erfreulich wird wie eine andere positive Lebensentscheidung? Wie gelingt es, dass Sie sich auf diese Entdeckungsreise zu sich selbst freuen, die mit einem gelungenen Neuorientierungsprozess verbunden ist? Wie können Sie das neugierige und offene Kind in sich wecken, das Ihnen hilft, Veränderungen mit Lust und Ausdauer zu erkunden und anzugehen?

Hier einige bewährte Strategien, mit denen Sie das Feld vorbereiten, auf dem dann Ihr Garten mit den tollsten Jobideen und Lebensentwürfen wachsen kann.

1. Schaffen Sie einen Ort für Ihre Orientierungsarbeit

Schauen Sie sich in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus um. Wo gibt es ein Fleckchen, das Ihnen eigentlich ganz gut gefällt? Vielleicht wollten Sie diese Zimmerecke auch längst schon einmal umgestalten, kamen aber noch nicht dazu? Stellen Sie sich dorthin und überlegen Sie, ob es wirklich ein positiver Ort für Sie ist. Haben Sie von dieser Position aus einen guten Blick in das Zimmer oder aus dem Fenster? Könnten Sie dort so sitzen, dass es sich angenehm anfühlt? Versuchen Sie, sich den Ort so vorzustellen, als wäre er schon fertig gestaltet. Wäre er dann ein guter und passender Arbeitsort für alles, was mit Ihrer beruflichen Neuorientierung zu tun hat? Wenn Sie sich für Ihren Platz entschieden haben, kann es losgehen.

Schritt 1 Entrümpeln
Schaffen Sie alles Störende weg: alte Topfpflanzen, Papierstapel, hässliche Regale oder Kommoden. Lassen Sie nur das stehen, was positive Assoziationen bei Ihnen hervorruft: Der bequeme Sessel, ein Tisch in guter Arbeitshöhe, das besondere Deko-Objekt, das Ihnen ein lieber Mensch geschenkt hat.

Schritt 2 Gestalten
Beginnen Sie damit, dass Sie mindestens zwei Sitzmöglichkeiten gestalten. Eine am Tisch, auf den Sie beispielsweise einen Laptop stellen oder Übungen für sich durcharbeiten könnten. Und eine bequeme Möglichkeit zum Sitzen, in der Sie etwas lesen können, vielleicht auch einmal mit dem Tablet surfen oder einfach Ihren Gedanken und Träumen nachhängen. Achten Sie darauf, dass die Farben Sie ansprechen, kaufen Sie vielleicht ein neues Kissen, einen kleinen Teppich, damit Sie sich wirklich wohlfühlen. Wer mag, kann die Ecke sogar in seiner Lieblingsfarbe streichen. Achten Sie allerdings darauf, dass die Farbe nicht zu grell ist, sonst wirkt sie zu stark ablenkend.

Schritt 3 Vorbereiten
Erwerben Sie ein schönes Heft oder Büchlein für Notizen und einen Ordner zum Sammeln Ihrer Arbeitsergebnisse. Auch das Schreibwerkzeug muss gut schreiben, es sollte eben nicht der klecksende Billig-Kuli sein. Dann benötigen Sie noch eine Kiste in der Größe eines Schuhkartons oder etwas größer. Und ganz wichtig: Sie benötigen ein Stück Wand, an dem Sie größere Papiere aufhängen oder mit Post-It’s arbeiten können (ca. ein bis zwei Quadratmeter genügen).

2. Reservieren Sie sich einen Zeitraum und feste Arbeitszeiten

Nehmen Sie Ihren Kalender zur Hand und schauen Sie auf die Planung der kommenden Monate. Wissen Sie jetzt schon, dass diese sehr stressig und voll werden, weil Sie noch jede Menge anderer Zusatzprojekte am Start haben? Wäre es Ihnen in den kommenden 3 bis 6 Monaten möglich, ein größeres Projekt dazu zu nehmen? Und ja – genau das ist Ihr berufliches Orientierungsvorhaben, ein durchaus ernstzunehmendes komplexes Projekt, das eben Energie und Zeit benötigt, wenn es von Erfolg gekrönt sein soll.

Wenn Sie sich entscheiden, dass Sie dieses Projekt in den nächsten Monaten ernsthaft angehen wollen, dann reservieren Sie zwei mal zwei Stunden pro Woche fest geblockt in Ihrem Kalender dafür (wenn es mehr werden, weil es Spaß macht, ist das durchaus erlaubt!)

Tragen Sie diese Zeiten wie den Termin für einen Kurs oder ein berufliches Meeting in Ihre Kalender ein und halten Sie diese Termine, diese Meetings mit sich selbst, konsequent ein. Hier sehe ich in der Beratung sehr schnell, wie wichtig das berufliche Orientierungsziel wirklich für jemanden ist, ob er sich die Zeit in der Tat dafür freischaufelt, oder eben nicht.

3. Rekrutieren Sie Ihr Unterstützer-Team

Setzen Sie sich dann in Ihre neue Arbeitsecke und lassen Sie die Gedanken schweifen. Wen können Sie in Ihr Vorhaben einweihen? Wer gehört zu den wirklich konstruktiven und ermutigenden Menschen in Ihrem Leben? Wer kann gut zuhören, ohne Sie gleich mit Ratschlägen aller Art zuzutexten? Bei Treffen mit welchen Menschen gehen Sie danach gut gelaunt wieder nach Hause?

Machen Sie eine kleine Liste mit diesen Leuten, es genügt, wenn das zwei bis drei Namen sind. Denken Sie daran, sich mit diesen Menschen zu treffen und sie ein wenig auf dem Laufenden zu halten, damit Sie sich stärken lassen auf Ihrem Weg. Vielleicht möchten Sie sich auch mit einer Freundin oder einem Arbeitskollegen zusammentun und sich als Zweierteam auf den Weg der Neuorientierung begeben?

Überlegen Sie dann, welche Vorbilder Sie haben. Wer sind die Personen, vor denen Sie tiefen Respekt haben? Sie können hier auch gerne weit entfernte oder bereits verstorbene Menschen mit dazunehmen. Ist es Ihre Großmutter, der Dalai-Lama, eine Lehrerin aus Ihrer Schulzeit, ein Promi, der in Ihren Augen „echt“ geblieben ist, eine Person, die sich für etwas wirklich Sinnvolles mit aller Hingabe einsetzt?

Schreiben Sie auch diese Namen auf die Liste. Sie werden Sie ebenfalls immer wieder um Rat fragen. Wie das geht, erkläre ich Ihnen in einem anderen Blogartikel.

4. Sammeln Sie und visualisieren Sie

Formulieren Sie dann für sich die Frage oder den Auftrag. Was genau wollen Sie für sich klären? Einige Fragestellungen sind beispielsweise:

  • Ich will mich entscheiden, ob ich in meinem aktuellen Job bleibe oder gehe.
  • Ich möchte einfach nochmal schauen, welche beruflichen Optionen ich habe und ob es nicht doch noch was ganz anderes für mich gibt.
  • Ich brauche eine sinnvolle Aufgabe, jetzt wo die Kinder aus dem Haus sind.
  • Ich suche nach einer neuen Herausforderung. Aber diesmal soll es etwas sein, das wirklich zu mir passt und mit dem ich etwas Nützliches oder Sinnvolles tue.
  • Ich will vielleicht noch einmal studieren oder eine größere Weiterbildung machen, weiß aber noch nicht so genau, was das sein könnte.
  • Ich will für mich klären, ob ich die mir angebotene Führungsaufgabe übernehmen will.
  • Ich möchte in meinem jetzigen Job nur noch Teilzeit arbeiten und in der restlichen Zeit eine Selbständigkeit in meinem Traumjob aufbauen. Doch der ist mir noch nicht so ganz klar.

Was ist Ihre Fragestellung? Schreiben Sie diese in Ihr Heft. Möglicherweise wird sie sich im Laufe der Zeit verändern, aber das macht nichts. Doch es ist wichtig, mit dieser Fragestellung aufmerksam in die Welt zu gehen. Erteilen Sie sich einen inneren Aufmerksamkeits-Auftrag: Ich suche nach Informationen, die mir bei der Beantwortung meiner Frage helfen. Und mit dieser Aufmerksamkeits-Brille gehen Sie dann durch die Welt. Sammeln Sie wie ein Eichhörnchen Informationen und Inspirationen: Bilder von Menschen, Dingen und Orten, die Sie ansprechen, Stellenanzeigen, Artikel und Fundstücke aus dem Internet, Postkarten, Eintrittskarten, kleine Objekte aller Art, die etwas bei Ihnen auslösen. Denken Sie dabei nicht vorrangig an deren Verwertbarkeit für eine berufliche Tätigkeit. Packen Sie all diese Fundstücke in Ihre Kiste. Sie werden diese wertvollen Impulse zu einem späteren Zeitpunkt noch benötigen.

5. Geben Sie den Stimmen aus dem Untergrund ihren Platz

Wenn Sie sich auf den Weg machen, dann ist es normal, dass Sie gelegentlich zweifeln werden, was das Ganze eigentlich soll. Wieso Sie sich in Ihrem Alter diese zusätzliche Arbeit noch antun. Ob es das wirklich wert sein wird. Ob es da draußen wirklich „Ihr Ding“ gibt, das Sie finden werden. Diese Zweifel, Ängste und Sorgen brauchen ihren Platz, sonst korrumpieren sie Sie sozusagen aus dem Untergrund. In der Psychologie werden diese Stimmen mit eingesperrten Wölfen im Turm verglichen.

Legen Sie sich eine „Ja, aber“-Liste in Form eines A4-Blattes zu, das an Ihrem Arbeits-Platz hängt. Tragen Sie dort alle Zweifel, Bedenken und Glaubenssätze ein, die Sie davon abhalten wollen, sich weiter mit Ihrer beruflichen Neuorientierung auseinanderzusetzen oder Ihnen einflüstern, dass das doch alles keinen Sinn macht. Dort haben Sie einen Platz. Dort sind sie „gebannt“, so dass sie keinen Unfug mehr anstellen können. Schauen Sie sie gelegentlich liebevoll an. Denn es sind alles Stimmen, die Sie beschützen wollen vor der großen weiten Welt, vor dem Wagnis des Lebens. Da Sie aber kein Kind mehr sind, ist dieser Schutz möglicherweise inzwischen überflüssig geworden. Er hat aber Ihre Achtung verdient, weil diese Stimmen oder Sätze zu einem anderen Zeitpunkt Ihr Überlegen gesichert haben. Aber jetzt wollen Sie ja einen Neubeginn, da brauchen Sie andere Stimmen dringender.

Nun sind Sie gut gerüstet für den Einstieg in die inhaltliche Arbeit. Das Feld ist bereitet und Sie können mit Grabungen nach Schätzen beginnen oder Sie säen die ersten Samen, aus denen sich dann prächtige Jobideen-Pflanzen entwickeln werden. Einen konkreten Einstieg finden Sie mit dem kostenlosen Starter-Set, das Sie auf meiner Website herunterladen können. Oder Sie beteiligen sich an meiner kleinen Arbeits-Platz-Aktion.

Aktion: Die ersten 5 Personen, die mir ein Foto von Ihrem neu gestalteten Orientierungs-Platz an mn@meinberufsweg.de schicken (das ich gerne als Motivation für andere veröffentlichen würde), erhalten mein Arbeitsheft „Standortbestimmung. Neuorientierung in eigener Regie“ zum Ausdrucken. Damit können Sie direkt durchstarten. Also, legen Sie los, ich freue mich auf Ihre neuen Arbeits-Plätze!